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Comments

niom,

Am sure what you posted was very interesting. I do not read German.

It would seem it is your opinion that some how your exports to the US have no effect on your economy. I find that interesting as the US is Germany’s second largest market behind france.

It would seem it is the opinion of your media and your elites that to make amends for all the discord that American buying even more automobiles from Germany would not help.

Well, niom, I have a clue for you. I don’t want you to like the US or GWB. Actually, I want you to go about influencing your elected government on getting the US out of NATO. This would be good for both of our nations.

I actually would like that because you and I would be true allies as we both would have the same mission.

It is unfortunate more Americans are not paying attention. This is one thing a Kerry victory could have accomplished. It could and would focused more Americans on “our so called “ allies. It would have speed us down the path of the US being out of Europe and being prepared to defend Europe or at least france and Germany.

Joe: "Am sure what you posted was very interesting. I do not read German."

The problem with this website ist, that it does not give the hole picture of Germany. On the one hand you have the politician and the media who do talk against the US policy. But on the other hand they act in favor of this very policy.

Apart from the public talk of the politicans, the cooperation between our countries was newer interrrupted. The government departments working together without problems.

Nearly the complite serviceable German military is involved in the war on terror in severral contries arount the world. We play a major roll in Afghanistan: German elite forces fought aganist the taliban and now we take a leading roll in peacekeeping. In irak we never tried to stop the US-troops: Some other of the US-allies prohibited you to cross their countries on their way to irak, like turkey, austria and france. Not so the germans. We even decided to use german soldiers to protect american millitary fasilities when the troops moved to irak. Now we are training iraki forces, give them equipment and support them political. There is not much more a so poor funded military like ours can do. We even have a death toll in irak: two German police officer died there while on duty.

The american administration does a poor job to explain there polices. Not just to the germans, but also to the american people.
Here is an american lady hoding a sign, which stats: "47.9% of us still hate bush": http://www.sorryeverybody.com/upload_files/se25.jpg
I don't have the impression that this is an isolated opinion.
Books, movies and articles who talk against the USA are most often publshed by americans. Americans make a lot of money with this stuff.

Germay was nearly complitly destroyed in world war II. This let to strong pacifism, which stats "Nie wieder Krieg!" (Never war again). The german politicans reflect this view. Considering the number of american soldiers died in war against germany, you should consider this as a not to bad position.

The Germans share most values with the Americans. Where do you think germans get their view of america? Answer: They get it from Hollywood, and these people are all blue, all atheist and all very Michael Mooronificated. So americans should not blam us, that we have a one sided view of their country. The other side of america just does not bother to explain itself.

Joe: "It would seem it is your opinion that some how your exports to the US have no effect on your economy."

I don't think that. Political differences beteen our counries have not effected the work of the business and I hope it will stay this way. Economic cooperation is very helpful in keeping freedom and peace. German can't survive without export. Do you realy think hurting germany will help america? I don't think so.

Joe: "I don’t want you to like the US or GWB."

It is not about likeing each other. It is about freedom, peace and prosperity. Actually I like George W. a lot. He understands that free trade is good for america, good for the world and essenial for peace.

@joe
"Actually I wished Americans would stop buying German cars"

that would mean many americans would lose their jobs!

Gerd,


Sie sagen, mit Bomben kann man niemanden demokratisieren; nein, das kann man nicht, aber man kann mit ihnen Massenmörder, Tyrannen und Islamofaschisten vertreiben und niederhalten, damit die Demokratie überhaupt eine Chance erhält.

Sie sagen, die Griechen hätten Utopien gehabt, denen zufolge die Menschen frei und ungezwungen Ihren Hobbies nachgehen würden - die Griechen kannten weder Utopien noch Hobbies, noch hedonistische Jugendkulturen, dafür allerdings die Sklaverei und die utopiefeindliche Macht des Schicksals.

Sie sagen, Sie wünschen sich eine arbeitslose Gesellschaft, in der man seinen Leidenschaften, seinen Wünschen freien Lauf lassen kann -Ihre Utopie ist das Schlaraffenland, von dem allein die träumen, die der Wirklichkeit nicht gewachsen sind: Ich bin auch gegen Krieg, AIDS und das schlechte Wetter, aber das Leben ist eben kein Märchen und im übrigen droht in Ihrem Arkadien für selbstzufrieden vor sich hinkäuende Kühe wohl die größte Gefahr, nämlich die, wunschlos unglücklich zu sein.

Gerd, forever young? Oder müssen wir nicht alle einmal erwachsen werden und uns in dieser Welt, der einzigen übrigens, die wir haben, einrichten? Kleinkinder wollen alles sofort und wollen keine Grenzen anerkennen, -aber sind unmittelbare Triebbefriedigung und grenzenlose Verfügbarkeit aller Mittel dazu tatsächlich Hoffnungen, die dem Ethos eines erwachsenen Mannes angemessen sind?

Ralph,

Selbstverständlich hatten die Griechen Utopien, das Wort selbst kommt ja aus dem Griechischen, und die Sklaven glaubten sie nur deshalb zu brauchen, weil es keine entwickelte Technik wie heute gab, lesen Sie mal den berühmten Abschnitt von Aristoteles zu den Webstühlen, die von selber weben...
Sie waren allerdings nahe daran, die Utopien auch zu verwirklichen, zumindest die oberen Schichten, genauso wie später der ADel, oder heute der Millionär.

Und zur Macht des Schicksals lesen Sie mal lieber Odysseus!

Das schlechte Wetter wird uns weiterhin begleiten, gegen AIDS mag man Medikamente finden, aber Sie haben recht, Krankheiten und Leid wird es immer geben, und sei es Liebeskummer. Es wird auch noch genug Gelegenheiten in Technik, Wissenschaften, Hobbies und Künsten geben, sich zu messen und ein Sieger zu sein. Wünsche wird es immer geben, und nie werden sich alle erfüllen.

Das Streben nach Glück, das ja in Ihrer Verfassung jedem zugestanden wird, der Wille zur Gerechtigkeit und zum Frieden und zur Weisheit sind in keiner Weise infantiles Streben nach Triebbefriedigung, sondern uralte Bestrebungen des Menschen, die im Gehirn "hardwired" sind.

Die Welt, die Sie propagieren, macht die Menschen zu Rädchen in einer Maschine, die nach Maschinengestzen handeln sollen, um ein irrsinniges unaufhörliches wirtschaftlches Wachstum zu erzeugen, ohne irgendeinen Sinn dahinter, und überzuckert dies mit ein bischen verlogener Religion. Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, der Status Quo sei für immer festgeschrieben, das Ende von Zivilisation und Kultur seien mit dem erbärmlichen Zustand heute errreicht. Das nenne ich infantil.

Das reduziert den Menschen zu einer eindimensionalen Servicekraft und ignoriert seine Träume, Leidenschaften, Hoffnungen, und einige tausend Jahre Philosophie. Grenzen? The Sky is the limit.


Und Ralph,

"Sie sagen, mit Bomben kann man niemanden demokratisieren; nein, das kann man nicht, aber man kann mit ihnen Massenmörder, Tyrannen und Islamofaschisten vertreiben und niederhalten, damit die Demokratie überhaupt eine Chance erhält."

Das ist sicher richtig, das wissen wir in Deutschland nur zu gut.
Aber das allein reicht eben nicht. Kommt noch hinzu, dass man selber nicht das beste Beispiel hinsichtlich Moralität, Ehrlichkeit und Hoffnung darstellt, wie der Westen zur Zeit, wird es umso schwieriger für diejenigen, die tatsächlich noch an Demokratie glauben, einem solchen Krieg zuzustimmen. Ich unterstelle auch, dass Leute, die Wahlen fälschen, und sei es nur durch mangelhafte alte Wahlmaschinen in zu geringer Zahl für oder verwirrende Wahlzettel für Stimmbezirke, in denen unterpriviligierte Menschen leben, dass diese Leute, die das verantworten, nicht wirklich an Demokratie glauben.

@Gerd,
"Ich unterstelle auch, dass Leute, die Wahlen fälschen, und sei es nur durch mangelhafte alte Wahlmaschinen in zu geringer Zahl für oder verwirrende Wahlzettel für Stimmbezirke, in denen unterpriviligierte Menschen leben, dass diese Leute, die das verantworten, nicht wirklich an Demokratie glauben."
Gerd, bis jetzt habe ich ihre Kommentare mit Interesse gelesen, obwohl ich ihre Meinung nicht teile. Aber jetzt kommen Sie mit so etwas. Sie sind also gläubiger an den Mythos der gefälschten Wahl ("the stolen elections")? Ich hälte es für besser dass Sie ihre Beiträge den MainStreamMedia schicken. Die Leser dieser Medien werden sich freuen diesen Mythos zum 1000sten Male zu lesen. Mir aber langweilt es sehr. Danke!

Gerd,


Der Begriff "Utopie" ist ein Pseudo-Gräzismus, eine Erfindung der Renaissance, eines gewissen T. Morus, hat mit dem Griechischen so viel zu tun wie quodditas oder quidditas mit dem Lateinischen.

Mehr noch: Utopie bedeutet Nicht-Ort, keineswegs Nicht-Zeit, was Sie offenbar darunter verstehen. Sie denken sich, hmm ..., die Welt ist irgendwie nicht so, wie ich sie mir erträume, also erträume ich mir einen großen Bruch, eine Revolution o.ä. und danach, ja danach, nachdem die neue Zeit endlich angebrochen ist, wird alles, aber auch wirklich alles, besser, sogar perfekt. Das, was in Ihrem zeitlichen Utopie-Begriff zum Ausdruck kommt, ist apokalyptisch, chiliastisch und verrät weit mehr Christentum als heidnisches Griechtum: Aber, der gute Morus hat seine Schrift eben U-TOPOS (bzw. Utopia/Insula Utopia), nicht U-CHRONOS getauft.
Die Griechen selbst kannten weder das eine, noch das andere; und dazu eine letzte Bemerkung: Dass ausgerechnet der wägende, bodenständige und vorsichtig-traditionsverbunden denkende Aristoteles als Utopiker herhalten muß, na ja, diese Sicht der Dinge ist genauso idiosynkratisch wie weite Teile Ihrer sonstigen Geisteswelt.

Zum übrigen: Gut, Gerd, ich war ein wenig polemisch mit Ihnen, vielleicht, ja gut, einverstanden, sogar zu polemisch; aber eine so grausame Rache, von Ihnen mit halbfertigen Gedanken und Kalendersprüchen aus dem Eso-Shop abgespeist zu werden, habe ich denn doch nicht verdient: The Sky is the limit ... Gerd, also bitte ...

Posted by: | November 5, 2004 04:19 PM

Just wanted to correct something here. I was not sad. The problem Mr. Plasberg was having is that he had lost control of his show. His producers were receiving phone calls from disgusted viewers who were commenting that his show was a talk show and not a tribunal – he was loosing viewership. WDR was inundated with calls the next day, as was Fritz Pleitgen. Not to mention the calls I received and the e-mail. He told me that people were calling in and telling him that they thought I was being placed in front of a tribunal. He actually said I am going to be nice to you now. He was making nice with me because of the viewers complaints. Had he not received the calls he would have been more than happy to continue cutting me off. I don't believe he was concerned about me - he was concerned about his ratings and his next "German Television Prize". Please note that every time he tried to pretend to be nice to me I declined. More later...

Kees Rudolf, bei den erwähnten veralteten und zu wenigen Wahlmaschinen, und bei den "Butterfly Ballots" von 2002 etc. in traditionell demokratisch wählenden schwarzen Wahlbezirken handelt es sich nicht um irgendeine Verschwörungstheorie, sondern um Pressemeldungen, und wir alle haben doch die Schlangen von Wählern im Fernsehen gesehen.
Im aktuellen Film ihrers Lieblingsfeindes Michael Moore (steinigen Sie mich jetzt nicht) gibt es ja diese aufschlussreiche Szene, in der Abgeordnete (aus Florida, glaube ich) Widerspruch gegen die Wahl 2002 einlegen, allerdings hat keiner von ihnen die Unterschrift eines Senators, und so bleibt es bei einer - teilweise sehr emotionalen - Geste. Nur Show?

Lieber Ralph,

Ich weiss, was Utopie bedeutet, von einer Revolution war auch keine Rede, nurr Irre könnten das in diesen Zeiten wollen.

Es handelt sich um einen evolutionären Prozess, der auch wenig von Ideologien beschleunigt wird, sondern einfach von den technischen Möglichkeiten, der angewandten Wissenschaft, vom Kapitalismus selber. Natürlich haben Utopien viel religiöses an sich, und Religionen auch utopische Züge. Aber was ist denn nur apokalyptisch an "meiner" Utopie, ich erweitere doch nur "fortschritt" auf andere Kategorien als wirtschaftliche Prosperität, und behaupte, dass die Welt, in der wir heute leben, und die Ideen, die wir heute für unumstösslich halten, auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind.

Der Umbruch findet doch längst statt, aber kaum jemand wagt es, den Leuten zu sagen, dass es nie wieder "Arbeit" für "alle" geben wird, dass die Technisierung unserer Welt Folgen hat, die scheinbar nicht absehbar waren, die die ganze Idee von "Arbeit" bedrohen. Warum sollen Arbeitslose sich schämen? Warum sollen sie nicht eine ordentliche Grundrente einfordern. Warum soll man es nicht emphatisch begrüssen, dass Maschinen nun tatsächlich in der Löage sind, die stumpfsinnige mechanische Arbeit zu erledigen, zu der Ausführung zuvor Hunderte nötig waren. Die Frage: Wie wird verteilt, was nun die Maschine statt den Hunderten erwirtschaftete, und wie wird dabei argumentiert, darum geht es doch.
Die Frage: Ist dieses ökonomische System dazu da, um den Menschen zu dienen, oder umgekehrt.

Und sehen Sie nur, ich habe das Aristoteles-Zitat gefunden:

"so wie etwa für den Steuermann das Steuer ein unbeseeltes und der Steuergehilfe ein beseeltes Werkzeug (...), so ist auch für den Hausverwalter der Besitz im einzelnen ein Werkzeug zum Leben und im ganzen eine Sammlung solcher Werkzeuge und der Sklave ein beseelter Besitz; jeder Diener ist gewissermaßen ein Werkzeug, das viele andere Werkzeuge vertritt. Wenn nämlich jedes einzelne Werkzeug auf einen Befehl hin, oder einen solchen schon voraus ahnend, seine Aufgabe erfüllen könnte, wie man das von den Standbildern des Daidalos oder den Dreifüßen des Hephaistos erzählt, von denen der Dichter sagt, sie seien von selbst zur Versammlung der Götter erschienen, wenn also auch das Weberschiffchen so webte und das Plektron die Kithara schlüge, denn bedürften weder die Baumeister der Gehilfen, noch die Herren der Sklaven." (Politeia 1253 b 33 - 1254 a 1)

Viele Grüsse aus dem Eso-Shop!

Oje - Natürlich meine ich die Wahl 2000.

@Gerd,
"Im aktuellen Film ihrers Lieblingsfeindes Michael Moore.."
Sie sind ein richtig kluger Mann. Ich habe nirgends gesagt dass Michael Moore mein Lieblingsfeind ist, aber Sie sind sich trotzdem ganz sicher und, wirklich, es ist nicht ganz falsch. So sieht man was das Studium der Klassiker, wie z.B. Aristoteles, vermag.

Gerd,


Sie haben aus der Politik zitiert, nicht aus der Politeia, die stammt von Plato, nicht von Aristoteles.

Ich habe Ihnen darum unterstellt, ein Revolutions-Theoretiker zu sein, weil sie im Ergebnis mit nichts weniger zufrieden sind als mit einer Welt, aus der alle Härten, Enttäuschungen und Kompromisse mit einer unseren Träumen doch immer ein wenig widerständigen Realität verschwunden sein werden.

Das, was Sie uns predigen, ist letztlich nichts anderes als der Traum vom Paradies, nun vom Neuen Adam, vom müßiggehenden Adam bevölkert. Und übrigens: Ihr Glaube an die Maschinen, an die Industrielle REVOLUTION scheint irgendwie demnächst seinen 150sten Geburtstag zu feiern, Sie sind also so etwas wie der rückwärtsgewandte Prophet einer Neuen Welt.

Danke zuletzt für das Zitat, aber lesen sollten Sie es vielleicht selbst dann doch noch einmal -spricht Aristoteles hier nicht eher als resignativer Pragmatiker, vielleicht sogar als zynischer Pragmatiker: ... aber das Weberschiffchen funktioniert eben nicht von alleine (damit beendet A. die Reflexion über die für Ihn sehr schwierige Frage nach der Berechtigung der Sklaverei); von der Utopie jedenfalls: Sklavenbefreiung durch technologischen Fortschritt, ist hier weder der Sache, noch dem Ton nach die Rede. In der Ethik bleibt der Sklave als "Hausgenosse" unangetastet und wird nicht dadurch gerechtfertigt, dass leider bis dato noch keine Geschirrspülautomaten zur Verfügung standen.

Hier spricht eben ein nüchterner Mann, ein Bürger, kein schwärmender Drittsemester.

Ralph,

Sie haben vollkommen recht, Ich sollte wirklich mal wieder ein wenig in den Klassikern lesen.

Aber ansonsten tun Sie mir Unrecht:
"weil sie im Ergebnis mit nichts weniger zufrieden sind als mit einer Welt, aus der alle Härten, Enttäuschungen und Kompromisse mit einer unseren Träumen doch immer ein wenig widerständigen Realität verschwunden sein werden"

Nein. Krankheiten, Ungleichheiten und Ungerichtigkeiten, Konkurrenz und all die kleinen und grossen Widrigkeiten des Lebens werden immer bestehen.
Oder wollen Sie hier andeuten, alle Missgeschicke des Lebens ergäben sich hauptsächlich aus unserem Wirtschaftssystem?

Auch der Tod wird immer existieren, selbst wenn ihm einzelne ein Schnippchen schlgen werden. Kompromisse werden weiterhin erforderlich sein. Aber wessen Kompromisse, zu wessen Lasten, zu wessen Gunsten, und mit welcher Begründung, das interessiert mich.

Ihre abfällige Sicht auf den müssiggehenden Adam kann ich schwer begreifen, halten Sie etwa auch den Müssiggang für aller Laster Anfang? Wir zB. diskutieren hier mit Computern über das world wide web im Kommentarbereich einer Internetseite, niemand von uns hat einen finanziellen Gewinn davon oder ist zur Fortführung gezwungen. Man versucht, seine Belesenheit und seine analytischen Fähigkeiten und seine Überzeugungen zu demonstrieren, Argumente in die Waagschale zu werfen, etc, das alles ist aber purer Zeitvertreib, und wohl nicht einmal der Betreiber der Website hat im Sinne des freien Marktes einen Vorteil dadurch, da er keine Werbung schaltet, und der Wahlkampf seit ein paar Tagen ja vorbei ist. Wir alle bezahlen sogar ein wenig Strom- und Verbindungsgebühren dafür und opfern unsere kostbare Zeit.

Das alles ist eine Variante von Müssiggang, die als Beispiel dienen kann, in dem sich das abzeichnet, was ich meine.

Die industrielle Revolution war seit den Siebzigern von der Automatisierung und der elektronischen Datenverarbeitung bestimmt, und obwohl wir weiterhin neue Autos, DVD-Player etc. kaufen, sind immer weniger von uns damit beschäftigt, diese herzustellen, und zwar nicht nur, weil die jetzt alle aus Asien kommen. Ich glaube u.a. an Roboter, an vollautomatische Produktionsstrassen, an Geschirrspülmaschinen und die neuen Roboterstaubsauger. (Das ist einer der Gründe, warum mir Amerika so sympathisch ist). Ich misstraue dem Arbeitskult- und Arbeiterkult, den der Westen wie der Osten pflegt(e), ich glaube, dass der ganze Arbeitsbegriff, wie er heute verwendet wird, Lohnarbeit auf einem Arbeitsmarkt, an der Idee vorbeigeht, die zB. ein Aristoteles davon entwickelt hatte.

Das freien Spiel der Kräfte des Marktes als Lösung für alles reduziert das ganze Leben des Menschen auf eine eindimensionale Weise und macht ihn selbst zu einer Ware, die angepriesen und verkauft wird. Ich glaube nicht, dass dies dem Wesen des Menschen gerecht wird. Und mir gefällt nicht, dass freie Menschen dabei unnötigen Zwängen unterliegen.

An dem Aristoteles-Zitat finde ich interessant, dass der zynische Pragmatiker, dem das Leid der Sklaverei, das uns heute rührt, ja herzlich egal ist, dass dieser kühle Analytiker zum Schluss kommt, dass wenn nur die Textilmaschine von selber webt und selber weiss, was gewebt werden soll, und wann, dass wir dann Herren ohne Sklaven sein können, also durchaus feudal leben, wie es beispielsweise der Adel der vergangen Jahrhunderte tat, ohne das aber auf Kosten anderer Menschen tun zu müssen. Natürlich ist es für ihn keine Utopie, heute ist es aber als Utopie lesbar. Das ist meiner Meinung nach eine ganz andere Denkbewegung als ihre Einschätzung "meiner Utopie", ist aber natürlich nicht so kompatibel mit der protestantischen Wertschätzung von "harter, ehrlicher Arbeit" als etwas, dass den Menschen erst adelt ( die historisch gesehen ja relativ jung ist).

Sie verwechseln meine Vorstellungen mit einer Art Schlaraffenland, indem über kurz oder lang die Menschen vollgefressen mit Bauchschmerzen herumliegen, weil sie soviel Glück nicht vertragen, weil sie es nicht gewohnt sind. Aus ihren Worten klingt eine Haltung, die mir fast ein wenig masochistisch vorkommt: Eine Sehnsucht nach Härten, und Mühsal, wie bei den Flagellanten des Mittelalters, ein Misstrauen gegenüber dem Komfort und den Errungenschaften des 20. Jahrhunderts.

Ich stelle mir aber eher eine Welt vor, in der Menschen sich nicht verkaufen müssen, in der sie nicht dafür bezahlt werden, zu lächeln, wenn ihnen garnicht danach ist. In der die Menschen mehr Zeit und Gelegenheit haben, sich persönlich zu entwickeln, zu lernen, statt zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes und des Wohlstands der Aktionäre am Fliessband stehen zu müssen. Und wem nach Härten und Mühsal und Wettbewerb ist, der soll dann doch einfach einen Berg bezwingen, ein Auto bauen, eine Einführung in die Philosophie Platos schreiben, eine neue Kunstrichtung oder das nächste Btriebssystem erfinden, und sich dabei mit anderen messen.

      If Germany doesn't like us, we won't buy German cars to change their minds.  We'll stop buying German cars till Germany changes its mind.

del.

Gerd,

um von meiner Seite die Diskussion abzuschließen, ein letztes Wort: Ich denke

-die Zukunft ist ergebnisoffen; d.h. wir sind frei, Fehler in unserem System zu erkennen und zu beheben; d.h. aber auch: Es gibt keine Gewissheit darüber, dass die Geschichte zwangsläufig Fortschrittsgeschichte (Heilsgeschichte) sein muß.

-die Zukunft ist zwar ergebnisoffen, aber die Menschen, die sie gestalten, können nicht sich selbst, ihre Natur und Lebensverhältnisse beliebig wandeln: Der Mensch ist eben ein Mischwesen mit Stärken und Schwächen; so ist das Internet von hart arbeitenden und mit Anstrengung studierenden und stetig mit Zähigkeit weiterlernenden Informatikern über viele Rückschläge und überwundene Schwierigkeiten hinweg geschaffen worden. Es beherbergt großartige Websites, ist aber auch durchseucht mit Spammern, Dialern, Betrügern, Sadisten, Pornographen etc.: Die Realität und der reale Mensch sind nicht durchgehend schlecht, nicht durchgehend gut; die Zukunft, die wir schaffen, wird weder durchgehend gut, noch durchgehend schlecht sein, vielleicht ein wenig besser als die Gegenwart.

Oder um es Ihnen in einem, meinem letzten Satz zu sagen: Der Mensch ist zu gut, als dass er eine Erlösungs-Utopie nötig hätte, zu schlecht, als dass er eine solche selbst verwirklichen könnte.

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