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A. E. Johann war ein kommunistischer, deutscher Reiseschriftsteller. Aber trotzdem, bezeichnend ...

Zunächst einmal hätte er dann wohl kaum in den frühen 1940er Jahren in Deutschland (und das noch dazu in großer Auflage) publizieren dürfen. Vor allem aber hat Johann meines Wissens dem Kommunismus Anfang der dreißiger Jahre nach seinen Reisen durch die Sowjetunion 'abgeschworen' (er kritisiert den Bolschewismus in dem zitierten Buch auch als "eiskalt" und "menschenverachtend") und sich in der Folge dem Nationalsozialismus zugewandt. Wer sich das Buch "Das Land ohne Herz" einmal in voller Länge antut, mit all seinen Lobpreisungen auf die Autobahnen, den Volkswagen, den weitsichtigen Nationalsozialismus, der angeblich völlig unberechtigten "Verumglimpfung" der Nazis in den USA etc. pp., wie auch den vielen Zitaten von angeblichen Amerikanern, die erstaunlicherweise alle vom deutschen System völlig überzeugt sind, kann keinen Zweifel daran haben, daß ihm dies definitiv zu diesem Zeitpunkt eine Herzenssache war.

Einiges zu Johann und seinem Buch auch im German Propaganda Archive:
http://www.calvin.edu/academic/cas/gpa/johann.htm

Daraus ein paar "Kostproben", die belegen, daß er damals voll auf NS-Linie war. (Ich zitiere die englische Fassung von dort, da ich das Buch selbst gerade nicht zur Hand habe, kann aber versichern, daß die Übersetzung korrekt ist und kann die Original-Zitate bei Interesse auch gerne nachliefern.):

"Until the Civil War, the population of the United States was almost entirely of Nordic stock. But the needs of the feverishly growing American industry for cheap, submissive workers, preferably with limited English, led to a flooding of America with Eastern European and Jewish masses, drawn from everywhere. Driven by the most primitive mass instincts, they were only superficially capable of assimilation. The population of the United States, already seriously compromised by the Negroes, became a hopeless jumble."

"With very few exceptions it was the best Nordic stock that met its bitter fate here: Americans from formerly good families of Irish, German, English, Scottish, Swedish, Norwegian, Norman or Breton ancestry. And their fate is a terrible accusation against the American system, (...)"

"National Socialism within a few years made unemployment, that terrible specter of modern humanity, into only a nightmarish memory. Roosevelt, despite the new deal and billions of dollars, was never able to bring the unemployment figure under ten million."

---

Das sind im übrigen keineswegs die krassesten Beispiele nationalsozialistischer Ideologie, die in diesem Buch zum Vorschein kommen.

@thomas

Danke für den Link.Dann war er halt ein deutscher Sozialromantiker der den Nationalsozialismus den verhassten amerikanischen Verhältnissen allemal vorzog. Ich schrieb ja : bezeichnend !!!

Nazi griff nur etwas kurz.

Aber insgesamt Zustimmung: Die Parallelen sind beängstigend.

Ein "Sozialromantiker" jedenfalls, der in unzähligen Passagen die nationalsozialistische Rassenlehre anwendet und den Nationalsozialismus lobpreist. (Und nach dem Krieg scheinbar großen Wert darauf gelegt hat, daß dieses Kapitel seiner Lebensgeschichte in Vergessenheit gerät.) Auch wenn ich es in meinem Blog selbst nicht so formuliert habe - ich denke schon, daß man ihn vor dem Hintergrund als Nazi bezeichnen kann. Nur, weil er vorher Kommunist war und nachher, wie so viele, plötzlich eine Wendung zum Demokraten (und übrigens auch weitaus geringerem Amerikakritiker) gemacht hat, ist das m. E. kein Grund, die Bezeichnung "Nazi" als verkürzt zu bezeichnen. "Das Land ohne Herz" jedenfalls ist von der ersten bis zur letzten Seite immer wieder mit NS-Ideologie durchsetzt.

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