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Comments

"I didn't expect that from a nation with a mature democracy."

Yeah, one of Steve-O's videos will show what we savage Americans are really capable of in our mature democracy. It's filled with torture, naked men doing humiliating things, unveiled infidel women and more. I'm just curious when Germans will get off their high horse, I don't know if there's any room for Schröder to be talking about Bush in the first place. Maybe he should help write a mystery novel about why he's still chanceller of Germany, why the people voted to keep him there last election even though his approval ratings were in the abyss.

It wasn't mentioned but did Sandra Maischberger ask Schröder the hard questions (not about the evil US, but actually about German stuff!) when he was on, because I've read on here that's what makes her an amazingly awesome interviewer. She asks the tough questions that only most German interviewers would dare to ask.

I hate to sound so cynical, but the USA prevented (West) Germany's absorbtion into the eastern block out of the USA's own (economic & cold-war strategic) self-interest. And I say this as a proud American (and Germano-phile who majored in German lit!). It had nothing to do with good-will toward Germans or Germany. Apparently, Eisenhower was only too happy to have thousands upon thousands of German POWs starve to death in camp versions little distinguishable from KZ-Lager. (I take this to be true, even if James Baque's 2nd edition of Other Losses is only to be half-believed). The infamous "Morgenthau Plan" alone was estopped only at the "last minute." The plan, as we well know, would have starved hundreds of thousands of Germans to death and, I dare say, the vast majority of Americans would've shed nary a tear over this happeing -- just as they didn't over the carnage of bombing Dresden, Hamburg, etc.

I wish none of this were true. I'm a staunch conservative, Bush-Republican, and student of Harry Jaffa (Claremont Institute, etc.). But facts are facts.

What's more, I suppose Schroeder and other "Euro-weenies" realize this about US's basically false pretences in the past of "good will" toward Germany and Schroeder & Co.'s antipathy is just an incipient act of virulent, long pent-up defiance.

Allerdings liebe ich sehr dein Blog! Und sonst kann ich hier mein deutsch verbessern!

Don't forget Schröder's embarassing childish response when his use of hair dye was uncovered... Shamefull. It as if he's in a mature position to conduct moral judgement: so fire at Bush. Laugh!

By the way, how many divorces has Schröder had?

Last time I heard, the Germans only gave him a 26% approval rating. Less than Bush. This must be very frustrating for the few remaining Schröder die-hards...

http://myblog.de/wuldorblogger:
Ein deutscher Soldat foltert nicht." (Peter Struck)

Hmm. Wirklich nicht? Bis jetzt ist es nur ein unbestätigtes Gerücht und es könnte sich um die Wichtigtuerei von Trittbrettfahren handeln, aber immerhin gibt es inzwischen eine Untersuchung zu Folterfotos aus dem Kosovo.

"Ministeriumssprecher Norbert Bicher sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir gehen diesem ungeheuerlichen Verdacht mit dem gebotenen Ernst nach. Wir bemühen uns auf allen Wegen, diese angeblichen Fotos zu bekommen." Bicher stellte jedoch klar: "Wir gehen davon aus, dass da nichts dran ist." [...]
Nach mehrfachen Befragungen gebe es weiterhin keinerlei Hinweise, dass es Folterungen oder Fotos davon gebe, sagte Bicher."

Ich weiß nicht, aber klingt so jemand, der sich absolut sicher ist, daß "ein deutscher Soldat nicht foltert"? Und wenn man es doch nicht völlig ausschließen kann - ist dann das überhebliche Moralisieren gegenüber den Amerikanern, die ihre Werte verloren hätten, nicht ein wenig scheinheilig?
Ach ja, und wieso waren bei den US-Soldaten schon die ersten unbestätigten Gerüchte Top-Nachrichten und wurden umgehend als Quasi-Fakten präsentiert, während der Verdacht gegen deutsche Soldaten so weit hinten in den Nachrichten auftaucht und dabei noch verharmlost wird?


3. Abu Ghraib an Deutschlands Schulen

In den letzten Tagen konnten wir lesen, daß in Hildesheim nun elf Schüler vor Gericht stehen, die über Monate hinweg einen Mitschüler geschlagen, erniedrigt, sexuell gedemütigt und dabei gefilmt haben (die Videos gab es im Internet) - das volle "Abu-Ghraib-Programm" also.
Strafjustiz: "Erst den Schutt wegräumen"

Spiegel Online gibt sorgsam acht, den Begriff Folter hier allenfalls in Anführungszeichen zu verwenden. Denn: "Was er erlitt, hat zwar nichts mit "Folter" zu tun, gegenwärtig ist undifferenziert alles gleich Folter, was Menschen einander antun."

Ich frage mich: Wenn Spiegel Online - m. E. zurecht - für Abu Ghraib den Begriff Folter verwendet, ohne zu wissen, ob die Mißhandlungen im Zusammenhang von Befragungen der Gefangenen standen (was strenggenommen erst erlauben würde, von Folter zu sprechen), warum gilt dann nicht dasselbe für diesen Fall? Nach derzeitigem Kenntnisstand war beides scheinbar keine Folter im engeren Sinne, aber Folter nach allgemeinem Verständnis. Dann nennen wir es aber bitte auch so.

"Doch es geht schon weit über altersübliche Rangeleien oder derbe Scherze hinaus, was sich in den Räumen der Hildesheimer Schule abspielte." schreibt Spiegel Online und nennt Details:
"Vor Gericht geht es um 26 Taten. Tatsächlich waren es wohl weitaus mehr. Er hat sich nicht gewehrt. Er hat sich die Hose öffnen und seine Genitalien fotografieren lassen. Er hat auf Geheiß zweier Angeklagter Kreide essen und Patrick die Schuhe küssen müssen. Dafür trat Patrick ihm dann ins Gesicht, mit einem Arbeitsschuh, der eine Stahlkappe hatte. Er hat sich laut Anklage schlagen, treten, verhöhnen und quälen lassen, hat sein Handy hergegeben, als Alexander dies von ihm verlangte. Und als Patrick wollte, dass er vor der Klasse masturbiert, hat er 10 bis 15 Minuten lang so getan als ob. Es wurde immer schlimmer. Zum Schluss ließen sie ihn überhaupt nicht mehr in Ruhe."

In der Tat geht das weit über "altersübliche Rangeleien" hinaus. Mir bleibt allerdings unverständlich, wieso ähnliche Verbrechen amerikanischer Soldaten bei Spiegel Online dazu führen, einem ganzen Land den moralischen Bankrott zu attestieren, während in diesem Fall ein Vergleich zu "Rangeleien" wenn auch verworfen, so doch zumindest angedeutet wird.
(Un-)Taten à la Abu Ghraib werden nicht harmloser dadurch, daß sie von deutschen Schülern statt US-Soldaten begangen werden. In Zukunft wäre also etwas weniger moralische Selbstgewißheit ebenso angezeigt wie das Anwenden ähnlicher Maßstäbe bei - trotz allen Unterschieden in Kontext und Detail - durchaus vergleichbaren Taten.

schröder is by far the worst chancellor germany has ever had. he is the flip-flopper of the century..changing his policies on major topics every week, coming up with new dumbass-ideas every month. to sum it up,he is just craptastic. weak on defense, weak on economy..even weak on ecology.
he should just resign and spare us all his incompetence.

- Die USA haben Deutschland vom „Führer“ und seiner Mörderbande befreit, um den Preise einer riesigen Zahl eigener Opfer,
- die USA haben in der Nachkriegszeit durch ihre Politik und ihre Sicherheitsgarantien die Einvernahme Deutschlands in den Ostblock verhindert,
- die USA haben die deutsche Wiedervereinigung 1990 im Vergleich zu den anderen Besatzungsmächten am direktesten gefordert und gefordert.

danke für die erinnerung, auch wenn sie unnötig war. aber was haben diese aussagen mit der kritik des bundeskanzlers an der amerikanischen regierung zu tun? von wem, bitte, soll denn die us-regierung glaubhaft kritisiert werden, wenn nicht von ihren verbündeten? und von einer einmischung in amerikanische personalien kann nicht die rede sein. genau diesen vorwurf hat schröder durch seine formulierung bereits im voraus entkräftet. und: warum sollte schröder friede, freude, eierkuchen in der beziehung zu rumsfeld vortäuschen? das wäre geheuchelt. nur zur erinnerung: es war rumsfeld, der versucht hat, die europäischen staaten verbal gegeneinander auszuspielen.

Glaubhaft kritisiert? Gerne, no comment, haben Sie nicht auch in der Schule gelernt, was Kritik, was Haß und Häme und Verachtung ist? Träumen Sie weiter. In unserem Land ist längst die Dummheit zum Prinzip geworden, daran ändern Sie auch nichts, indem Sie das bagatellsieren wollen.

@ no comment

Hat da nicht irgendein deutscher Spitzenpolitiker erklärt, egal was man in UNO, NATO oder EU beschließen wolle, Deutschland werde einen Krieg keinesfalls unterstützen?
War da nicht ein französischer Spitzenpolitiker, der den mittel- und osteuropäischen Staaten, die Europa zur Einheit aufgerufen und den USA bei der Errichtung ihrer Drohkulisse öffentlich den Rücken gestärkt haben, mitgeteilt hat, sie hätten eine wunderbare Gelegenheit verpaßt, den Mund zu halten und sie hätten eine schlechte Kinderstube?
War dies nicht vor Rumsfelds Old-Europe-Anmerkung?

BITTE HELFT UNS !!!

Erlaubt Schröder nicht, sich seine Lorbeeren auf Kosten des Iraks zu verdienen.

Dieser Brandstifter sollte zurückgeholt werden.

Keine arabischen oder muslimischen Truppen im Irak. Wo waren diese 'Araber' und "Muslime" als Saddam uns zu Hunderttausenden abgeschlachtet hat ?

Um es klar zu stellen, Irak und die arabische Welt ist wie Österreich und Deutschland.

Und Irak sollte sich in Zukunft von Israel abgucken, wie man mit Deutschland Beziehungen aufhält.

Wen will dieser Saddam Schröder mit seinem Witz übertrumpfen ? Stefan Raab ?!

@no comment 3

wenn sie die aussagen der regierung bzw. des bundeskanzlers ernsthaft als haß und häme einstufen, so offenbart das ihr persönliches problem mit unserer sprache.

@thomas Hat da nicht irgendein deutscher Spitzenpolitiker erklärt ... Deutschland werde einen Krieg keinesfalls unterstützen?

ja, und? klare aussage, die bei der mehrheit der bevölkerung und bei der minderheit hier im blog zustimmung findet. wieso soll das nun schröder hindern, die us-regierung zu kritisieren?

rumsfelds old europe: jan. 2003
chiracs rüffel an die noch-nicht-eu-staaten: feb. 2003

rumsfeld hat angefangen. chiracs bemerkung war zwar drastisch, aber notwendig, denn hier hatte der schwanz versucht mit dem hund zu wedeln, genauer, der schwanz, der nicht mal zum hund gehörte...

Ganz einfach, no comment.

Wo ist die Glaubwürdigkeit von Schröder und den Kriegsgegnern ?

Die existiert nicht, denn Schröder war auf seine Wahl bedacht, Chirac aufs Öl und die Linke auf Amerika. Fehlt was, ja die Iraker.

Ich habe es schon mehrmals gesagt: die Iraker sind es wert nicht Wahlkampfmunition für die SPD zu sein.

Schröder hat sich nie für den Irak & die Iraker interessiert. Also soll er das Wort Irak bitte nicht in den Mund nehmen.

Was der CDU der Asylant ist, ist der SPD der Amerikaner.

@samir Wo ist die Glaubwürdigkeit von Schröder und den Kriegsgegnern? Die existiert nicht, denn Schröder war auf seine Wahl bedacht...

normalerweise läuft es in etwa so: regierung x verspricht y vor der wahl und bricht versprechen y nach der wahl. schröder hat seine haltung zum krieg vor der wahl dargelegt - und er hat es durchgezogen!!! die opposition war gegenüber dem krieg nicht angemessen kritisch - nach ansicht der wähler - und verlor. ganz einfach. ich glaube, die kriegführende koalition ist eher in bedrängnis, was die glaubwürdigkeit angeht. massenvernichtungswaffen? fehlanzeige. menschenrechte? ok saddam ist weg vom fenster, aber ansonsten war es angesichts der folteraffäre ein denkbar unglaubwürdiger anfang. stabilität in der region? dominoeffekt zur demokratisierung? fehleinschätzung, bis jetzt jedenfalls.

no comment, was ist eigentlich mit der Hauptgefahr, wenn Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen, Anthrax, was auch immer, Terroristen zu Verfügung gestellt hätte. Dies hast du gar nicht erwähnt. Warum nicht?
Vergessen? Absichtlich vergessen? Oder schlicht keine Ahnung? Was ist der Grund?

@ no comment

Moment mal! Hauptvorwurf gegenüber den USA war und ist der des "Unilateralismus" und der "Mißachtung der UNO / des Völkerrechts"; demgegenüber präsentierte Schröder sich als angeblicher Multilateralist und UN-Apostel.

Aber Schröder war es, der sich als erster einseitig auf eine Haltung festgelegt hat, unabhängig davon, was der UN-Sicherheitsrat entscheidet. (Das im übrigen zu einem Zeitpunkt, wo die Mehrzahl der Beobachter damit gerechnet hat, daß Frankreich noch "umkippen" könnte.) Ich weiß nicht, aber mir erscheint auch das als unilaterale Festlegung und Mißachtung der UNO. Und die in der Resolution 1441 mit inbegriffene Androhung von Gewalt, die die Bundesregierung unterstützt hat, wird auch nicht gerade glaubwürdiger, wenn man in der Stunde der Wahrheit sagt, egal was kommt, wir wenden keine Gewalt an.

Diese Politik mag populär gewesen sein (und ist es noch). Aber ist sie - und jetzt mal ganz ehrlich - aufrichtig? Oder nicht doch ein wenig scheinheilig und vor allem kontraproduktiv? Wenn Lech Walesa, selbst Friedensnobelpreisträger, der sich eher negativ über den Krieg äußert, sagt, Deutschland und Frankreich trügen eine Mitschuld, daß es zum Krieg gekommen sei, ist das dann von vornherein von der Hand zu weisen? Ich finde, damit macht man es sich ein bißchen sehr einfach.

Im übrigen zeugt Dein Statement über die Mittel- und Osteuropäer von einer m. E. sehr armseligen europapolitischen Konzeption und fehlendem Respekt. Daß diese Staaten zu dem Zeitpunkt noch nicht offiziell "dazu" gehörten, war wohl kaum ihre Schuld, und es gibt erst recht keinen Grund, Polen oder Tschechien heute als weniger bedeutsam zu behandeln als Kriegsgegner wie Belgien, Luxemburg oder Griechenland. Zum Glück wird eine so arrogante, deutsch-französisch geprägte Europakonzeption, wie sie aus Deiner Bemerkung herausklingt, in der EU der 25(+x) immer weniger Erfolg haben. Für mich ein Grund mehr, mich über die "Rückkehrer nach Europa" zu freuen.

@Thomas
>>> Für mich ein Grund mehr, mich über die "Rückkehrer nach Europa" zu freuen.

okay, ich raeume ein, dass meine bemerkung ueber die neuen eu-mitglieder zu giftig war. sie entspricht auch nicht meiner *heutigen* sichtweise. mich hat allerdings die art, wie sich speziell polen der us-regierung angedient hat, ziemlich abgestossen. die debatte war damals ziemlich hitzig gefuehrt worden, und wohl kaum jemand, hueben wie drueben des atlantiks hat da wirklich noch sachlich argumentiert. natuerlich finde ich es gut, dass die eu groesser geworden ist, m.e. sollte sie bis zur irakischen grenze reichen (dann ist aber auch schluss...).

>>> Wenn Lech Walesa, selbst Friedensnobelpreisträger ... sagt, Deutschland und Frankreich trügen eine Mitschuld

(arrgh! diese schmerzen!) ich nehme an du meinst das tagesschau-interview!?:
LW: "Hätte Europa eine klare Meinung zum Irak-Krieg gehabt, Polen hätte sich überzeugen lassen."

eine klarere meinung als d und am ende auch f konnte man nicht haben. andere staaten hatten eine andere meinung. was haetten die deutsche und die franzoesische regierung und andere denn tun sollen um die spaltung zu vermeiden? und aus der unfaehigkeit die spaltung europas zu verhindern ergibt sich eine mitschuld am krieg? ich glaube, die usa haetten den irakkrieg auch gegen eine einstimmige meinung europas begonnen - ist aber nur eine meinung und natuerlich nicht beweisbar.

@ no comment

Also nochmal zwei Empfehlungen zum Irak-Krieg und zum transatlantischen Verhältnis (für alle Schröder und Chiraq-Fans) und ein Link für alle Friedensdemonstranten:

1.) Die transatlantischen Beziehungen seit Ende des Kalten Krieges
http://www.isuk.org/de/pdf/Analyse9.pdf

2.) Die Krise um den Irak und die internationale Ordnung
http://www.isuk.org/de/pdf/IrakAnalyse.pdf

Die Texte stammen von Prof. Joachim Krause
Institut für Sicherheitspolitik der Uni Kiel
Sehr sachliche Analysen mit vielen Quellen.

3.) Psychopathologie des Friedens
http://www.wadinet.de/analyse/iraq/pschyopathologie.htm
Der Text stammt von Thomas Uwer und Thomas von der Osten-Sacken, beide WADI e.V. (der deutschen Hilfsorganisation, die seit 1993 im Nordirak tätig ist und nach Auszug aller Anderen immer noch vor Ort ist), schreiben u.a. für Konkret und WELT.

Einleitung von 1.):
Die transatlantischen Beziehungen sind heute in einem beklagenswerten Zustand. In der politikwissenschaftlichen wie in der öffentlichen Diskussion in Europa herrscht die Meinung vor, dass die Verantwortung für diese Krise primär bei der amerikanischen Politik liege. Die USA würden sich jenseits des Völkerrechts stellen und hätten zudem bewährte transatlantische Konsultationsmechanismen außer Kraft gestellt. Die USA hätten aufgehört, ein wohlmeinender Hegemon zu sein und das Hauptproblem der heutigen Weltpolitik sei die Einhegung dieses Hegemons. Die vorliegende Analyse folgt dieser Argumentation nicht, denn diese basiert auf ungeprüften Theorieaussagen und zumeist willkürlich zusammengestellten Zitaten. Tatsächlich ist ein zunehmender Unilateralismus der USA festzustellen, dieser kann nicht mit hegemonialer Machtpolitik gleichgesetzt (bzw. erklärt) werden, sondern ist die logische Konsequenz negativer Erfahrungen mit den europäischen Alliierten. Was wir erleben ist eine zunehmend ungeduldiger werdende Großmacht, die drängende Sicherheitsprobleme lösen will und dabei immer weniger auf die Mitwirkung jener Staaten bauen kann, die ihre Verbündeten sind. Zur Zeit befinden wir uns in einer Phase, in der sich amerikanischer Unilateralismus und eine europäische Neigung zum Amerikakritischen Populismus gegenseitig hoch zu schaukeln drohen.

Aus dem Summary von 2.)
Ergebnis der Analyse

Die Politik der USA im Sinne der internationalen Ordnung der Kollektiven Sicherheit ist außerordentlich konsequent.

Primäres Motiv der US-Politik ist es, einen Staat in die Schranken zu weisen, der die derzeitige internationale Ordnung wie kein anderer herausfordert und der aufgrund seiner inneren Regimestruktur und seines militärischen Potentials eine Bedrohung für die fragile Region des Mittleren Ostens wie für die Welt insgesamt darstellt. Für die Annahme, wonach die Politik der USA primär durch egoistische Energieinteressen geleitet seien, findet sich kein Anhaltspunkt. Hingegen liegt eher der Schluss nahe, dass vor allem die Haltungen Frankreichs und Russlands durch sehr eng definierte finanzielle Interessen an Erdölexploration im Irak bestimmt sind.

Die deutsche Position zur Irak-Krise ist durch einen undifferenzierten Pazifismus und Amerikakritischen Populismus charakterisiert, der zu einer schweren Belastung des transatlantischen Zusammenhalts geführt hat.

Auszug aus 3.):
Georg Simmel sah im Krieg eine „existenzielle Eigentlichkeit“, Max Scheler sprach von der „Existenzialisierung der Nation“.[1] Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, wurde er mit einem Jubel begrüßt, der seinesgleichen in der Geschichte suchte: „Überwältigt von stürmischer Begeisterung“ sank damals der Kunstmaler Adolf Hitler in „die Knie“ und dankte „dem Himmel aus übervollem Herzen“, für die „Erlösung“, die Erfüllung einer „sittlichen Sehnsucht“.[2] Wie der junge Hitler empfanden in Deutschland Millionen „diese Tage als ein unvergleichliches Gemeinschaftsgefühl“. Der Krieg wurde frenetisch begrüßt als „Modernisierer, (..) Umwälzer, (…) Revolution und Inspiration“.[3] Es waren keineswegs die Kriegsziele, die von Anfang an unklar waren, als vielmehr das Ereignis Krieg selbst, das die Massen auf die Straßen Berlins und anderer Großstädte trieb. Der Kriegsausbruch wurde begrüßt als ein tiefempfundenes spirituelles Erlebnis, das die Phase bigotter Partei- und Interessenspolitik im Inneren und die als verlogen empfundene Diplomatie im Äußeren machtvoll beendete. ....
Vieles erinnerte im deutschen Friedensfrühling 2003 an das Augusterlebnis von einst: Nicht nur die maßlose Überheblichkeit, mit der sich die politische Führung entgegen der Ratschläge ihres Personals und vieler Verbündeter zum Vorreiter einer „gerechten“ Lösung des Irakkonflikts erklärte und jene Achse zwischen Paris und Moskau ausrief, der schon bei der ersten Pressekonferenz anzusehen war, dass sie eine zweite nicht erleben wird, sondern vor allem das durch und durch existentielle Verhältnis der Deutschen zum Krieg, das sich in der Vorstellung eines Friedens äußerte, der um seiner selbst willen zu fordern war. Der Erfolg der Schröderschen Politik, die sich in dem weithin unerwarteten Sieg der Regierungskoalition bei den Bundestagswahlen niederschlug, gründete nicht zuletzt darin, dass auch im Kriegserlebnis 2003 alle nur denkbaren Wünsche und Visionen Ausdruck fanden, deren Erfüllung ernstzunehmender Weise weder von einem Krieg noch von der Abwendung desselben im Irak zu erwarten war. Von Peter Gauweiler zur DKP, von den deutschen Heilpraktikern e.V. zu Horst Mahler wurde im Irakkrieg ein Konflikt gesehen, bei dem es um christliche Werte, kulturellen Dialog, weltweite Gerechtigkeit, nationale Selbstbestimmung, soziale Umverteilung, Multi- versus Unilateralismus, die Völkergemeinschaft und die globale Weltordnung ging. Nichts beschäftigte die Friedensbewegung zugleich derart, wie der faktenreich geführte Nachweis des Naheliegendsten: Dass Krieg Interessen folgt....
Die deutsche Haltung im Irakkrieg folgte so wenig einem rationalen Kalkül wie das „Augusterlebnis 1914“, weder ökonomisch noch geostrategisch versprach die Außenpolitik der Bundesregierung praktischen Gewinn. Gegen die moralische Massenmobilisierung der „Weltfriedensmacht Deutschland“ zeigte sich jedes rationale Argument machtlos....
Will man die Frage beantworten, warum die Bundesregierung sich genau so verhalten hat, wo doch nach dem Prinzip zweckrationalen Handelns alles dagegen sprach, so wird man eine Art Psychopathologie des Friedens formulieren müssen. Die Suche nach einem rationalen Kalkül hingegen führt in die Sackgasse linker Metaphysik.
...und dann kommt die Ausformulierung.

Grüße von Franz Hoffmann

@ no comment

Schröder hat eher dem Volk Zucker gegeben statt die bittere Pille, das war der Wahlkampf Schröders - etwas versprechen,zu tuen, was niemand verlangte, was damals noch hypothetisch war etc. Aber das Schicksal von 25 Millionen Iraker zu übergehen, halte ich verabscheuenswürdig.

Die Mehrheit der Iraker ist über die Folteraffäre nicht so bestürzt wie hier oder wie hier getan wird.

Anders wäre sicher, wenn das Verhalten der Amerikaner sich nicht geändert hätte und die Bestrafung der Schuldigen nicht vollzogen wird.

Es ist abzuwarten, ob die Amerikaner sich gebessert haben, aber so scheinheilig, wie man hier tut, so scheinheilig sind wenigstens die Amerikaner nicht.

Ach ja, für die Mehrheit der Iraker ist ja die Alternative von Schröder, Chirak und Zapatero klar : Saddam. Und das ist das praktische Ergebnis, nicht die philosophierten Absichten der Gutmenschen.

Und das zählt.

Andee, re: "Abu Ghraib an Deutschlands Schulen"

You took the words right out of my mouth. Beautifully put.

Samir: für die Mehrheit der Iraker ist ja die Alternative von Schröder, Chirak und Zapatero klar : Saddam

Für Menschen wie nocomment (70-80% der Deutschen?) der einzelne Iraker war absolut unwichtig. Derjenige, der tagtäglich in Saddams Irak leben, und oft gewaltsam sterben musste, spielte (und spielt immernoch) nur eine Nebenrolle.

Der durchschnitt Deutscher(West Europäer) hat nicht die geringste Ahnung wie das Leben unter Saddam sich abspielte. Diese Menschen haben überhaupt keine Idee was man unter Sprüche wie z.B. "hartes Leben unter Saddam" verstehen kann, was sich im täglichen Leben der Iraker abspielte. Eines wissen aber diese Leute GANZ GENAU: was für die Iraker besser ist. Bei dieser Eistellung bleibe ich buchstäblich wortlos...

Ich kann vollkommen verstehen wenn man den Krieg aus anderen Gründen für falsch hält (Destabilisierung in der Region, fehlende Zusammenarbeit mit anderen Länder, etc etc). Man hält nichts vom Bush ? OK. Man hält nichts von den USA ? OK. Darüber kann man sicherlich lange sachlich streiten.

Aber bitte, bitte, bitte, nicht mehr behaupten, dass man irgendwie MORALISCH (!!??) überlegen ist. Wie kann man moralisch überlegen sein, wenn man die Iraker Saddam überlässt. Das konnte mir bis jetzt kein Friedenliebender überzeugend erklären. Wie könnten sie es auch tun, sie haben selber kaum daran gedacht... Leben wir nicht in einer wunderbaren Sch@#$welt ?

@ What do I know

Ja, leider ist das meine Erfahrung hier.

Alle reden vom Irak, nur die Iraker nicht.

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