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Radikal-islamische Taliban-Kämpfer drohen afghanischen Frauen mit dem Tod, falls sie an den bevorstehenden Wahlen teilnehmen sollten. Entsprechende Handzettel wurden nach Angaben der Sicherheitsbehörden in hundertfacher Auflage in der Provinz Logar südlich von Kabul verbreitet. Auch männliche Wähler könnten bei den Abstimmungen über Präsident und Parlament im September ihres Lebens nicht mehr sicher sein, hieß es in den Flugblättern.(Nachricht aus WELT).

Afghanistan, Irak - geht uns das wirklich nichts an? Sind die deutschen Soldaten in Afghanistan auch "Besatzung" in den Augen der deutschen Medien? Warum diese unterschiedliche Berichterstattung, Afghanistan die deutsche Friedensmission und Irak die teuflische US-Besatzung?

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"Die Einheit ,Westen" existiert nicht mehr"
Amerikaner und Europäer gehen inzwischen unterschiedliche Wege, bleiben aber verwandt - Ein Streitgespräch


Ich habe die Lösung gefunden: Man nennt es KOOPERATION statt Okkupation. Fatal für die USA, daß unsere netten Politiker und Journalisten bestimmen, was Kooperation und was Okkupation ist, auch wenn es gleich aussieht.


Kabul/Kundus · 20. April · dpa · "Das ist keine Okkupation", sagte Fischer am Dienstag bei seinem Besuch in Afghanistan. "Das ist Kooperation, Hilfe zur Stabilisierung, das ist ein UN-Auftrag." Der Minister betonte mit Blick auf Irak: "Es ist nie zu spät zu lernen."

Gabi wrote:
Afghanistan, Irak - geht uns das wirklich nichts an? Sind die deutschen Soldaten in Afghanistan auch "Besatzung" in den Augen der deutschen Medien? Warum diese unterschiedliche Berichterstattung, Afghanistan die deutsche Friedensmission und Irak die teuflische US-Besatzung?

Afghanistan ist verschwunden aus dem öffentlichen Fokus von sowohl Europa als auch den USA, weil niemand mehr ein grosses Interesse daran hat und alle von uns an dem Schlamassel beteiligt sind. Es fehlt IMO der Wille zu einem kritischen Kontrollblick, im Gegensatz zum Irak. Die Zahl der Soldaten von allen Seiten ist mittlerweile nur noch verschwindend gering (unter 20.000) und die Nachrichten von dort immer beunruhigender in Sachen "westlicher Demokratie". Erinnert einen fatal an Kosovo.

Der Prozentsatz an registrierten Frauen zur Wahl ist wie selbstverständlich sehr klein im Vergleich zu Männern und grad vor ein paar Tagen kam eine Nachricht, daß in einer afghanischen Provinz Frauen vom Bildschirm verbannt wurden. Aber Hauptsache Drogen werden produziert mit Hilfe von Leuten, die mit am Kabinettstisch sitzen. "Westliche Demokratie und Werte"? Ja klar. Not.

"Wie soll die neue Regierung für Sicherheit sorgen, wenn das nicht einmal den Amerikanern gelingt?

Eins haben die Amerikaner gelernt: Iraker kämpfen nicht unter fremdem Befehl. Deshalb gibt es jetzt Bemühungen, einige ältere Offiziere, die nicht in die Verbrechen des alten Regimes verwickelt waren, wieder in Dienst zu nehmen. Außerdem soll es eine neue speziell trainierte Einsatztruppe aus 8000 bis 10 000 irakischen Soldaten geben.

Die US-Truppen werden nach dem 30. Juni das Land nicht verlassen. Was macht Sie so sicher, dass sich Situationen wie in Falludscha nicht wiederholen?

Das werden wir den US-Truppen nicht erlauben. Die Grundlage für die Präsenz ausländischer Truppen wird nach der Machtübergabe eine andere sein. Es wird voraussichtlich eine multinationale Truppe geben, an der sich auch die irakische Armee beteiligen wird. Wir werden noch eine Weile auf fremde Truppen angewiesen sein, wir können nicht von heute auf morgen unsere Grenzen selbst schützen. Für interne Konflikte aber wird allein die irakische Einsatztruppe zuständig sein – es sei denn, wir rufen um Hilfe."

Adnan Pachachi, Mitglied des Regierungsrates, über die Fehler der US-Truppen und die Chancen des Landes

DER IRAK ZWISCHEN KRIEG UND FRIEDEN

http://www.tagesspiegel.de/politik/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/21.04.2004/1081699.asp#


Wenn das wahr ist, daß Iraker nicht unter fremdem Befehl kämpfen, dann mögen sie bitte auch die Verantwortung für ein derart dümmliches Verhalten tragen. Der böse Ami darf zwar sterben, um Saddam Hussein zu beseitigen, aber gehaßt wird er trotzdem. Na, danke. Herr Pachachi hat dieses Interview nicht dazu benutzt, einmal Positives über die USA zu sagen. Das spricht für sich!

Helden wie nie

Früher endeten Kriege mit einem Friedensvertrag. Heute hören sie nicht auf – im Irak, im Kosovo, in Afghanistan. Was der Westen nicht versteht

Von Herfried Münkler

.... Westliche Gesellschaften sind postheroische Gesellschaften. Das heißt, Opfer und Ehre, die in Kriegen zu erbringen und zugleich zu erwerben sind, spielen hier keine Rolle. Kriegerische Gewalt wird nicht mehr als Generator von gesellschaftlicher Anerkennung angesehen, und die Soldatenehre begründet keinen Anspruch auf eine gesellschaftlich herausgehobene Position.

Angesichts ihrer Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begreifen die Europäer, und besonders die Deutschen, dies als großen Fortschritt. Deshalb können sie heroische Gesellschaften nur als rückständig begreifen. Denn bei diesen spielen Würde, die mit Gewalt zu verteidigen ist, und Ehre, die aus der Bereitschaft zum Selbstopfer erwächst, eine nach wie vor große Rolle. Die Europäer schlagen diesen Gesellschaften deshalb vor, sich in ebenfalls postheroische Gesellschaften nach europäischem Vorbild zu verwandeln. Aber das stößt bei den Gruppen, die in heroischen Gesellschaften oder Regionen mit endemischen Kriegen das Sagen haben, auf Verachtung. Sie lassen sich vielleicht alimentieren für das Versprechen, hinfort auf Gewalt verzichten zu wollen. Aber gebunden fühlen sie sich an dieses Versprechen nicht, denn es wurde ja Leuten gegeben, die Würde und Ehre nicht kennen. Die kurzzeitig aufgeflammten Unruhen im Kosovo haben dies nur zu deutlich gezeigt.

Auch die Amerikaner, deren hollywoodgefertigter Popheroismus eigentlich eine unendliche Geschichte von Würde und Ehre ist, haben deren Bedeutung bei den Planungen für den Nachkriegsirak fahrlässig unterschätzt. Wenn man den statistischen Erhebungen trauen darf, sahen im Mai 2003 nahezu die Hälfte aller Iraker die amerikanischen Truppen als Befreier an. Inzwischen gelten sie über 80 Prozent der Bevölkerung als Besatzer. Das hat damit zu tun, dass es den USA nicht gelungen ist, die Versorgungs- und Sicherheitslage im Irak in den Griff zu bekommen. Aber es liegt vor allem am Auftreten der Amerikaner, das für viele Iraker einfach nur demütigend ist.
...
Der Autor lehrt Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität. Zuletzt erschien von ihm „Die neuen Kriege“ (jetzt als Taschenbuch bei Rowohlt).

http://www.tagesspiegel.de/kultur/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/21.04.2004/1081800.asp#


Als Okkupations- und Militärlaie eine Frage: Wo ist ARROGANZ der Amerikaner? Das wird von allen immer in den Raum geworfen, aber was ist dran an dieser Behauptung? Kann es nicht auch einfach Unverstand auf der anderen Seite sein?

Und selbst wenn die Amerikaner arrogant wären, ist das ein Grund, sie in die Luft zu sprengen oder sich darüber zu freuen? Ich kann den Vorwurf der Arroganz und die angebliche Abwendung der Iraker wegen der Arroganz nicht nachvollziehen.


"... Westliche Gesellschaften sind postheroische Gesellschaften. Das heißt, Opfer und Ehre, die in Kriegen zu erbringen und zugleich zu erwerben sind, spielen hier keine Rolle. Kriegerische Gewalt wird nicht mehr als Generator von gesellschaftlicher Anerkennung angesehen, und die Soldatenehre begründet keinen Anspruch auf eine gesellschaftlich herausgehobene Position."

was für ein schwachsinn :D,

wenn mit "westliche" gesellschaften auch amerika gemeint sein soll, und mit "herausragende positionen" z.b. auch das amt eines secratary of the state oder eines demokratischen praesidentschaftskanidaten.

nur weil wir WESTEUROPAER uns scheinbar nicht zu helfen wissen, sollten wir nicht meinen wir muessten in altvaeterlicher weisheit staendig fuer den westen als solchen sprechen und in seinem sinn taeglich dem islamofaschismus die kapitulation anbieten.

wenn Herfried Münkler hier vorschlägt, sich ohne alle umwege von "muenchen" nach "vichy" zu begeben, bloss um "die" iraker/muslime/"gotteskrieger" nicht zu "demütigen", dann ist er nicht "post-heroisch" sondern verraeterisch oder hat nicht mehr alle tassen im schrank.

but here comes the REAL reason why he doesnt just SHUT UP with his crazy defeatism:

"Der Autor lehrt Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität. Zuletzt erschien von ihm „Die neuen Kriege“ (jetzt als Taschenbuch bei Rowohlt)."

I NEVER want to agree with the islamofascists of AQ et al, but when it comes to "old europe" I also see no "post-heroism" or moral omniscience, but just decadence and nihilism, enervation and treason :(

and I d like to give every doomsayer a good thrashing for he eventually might wake up, cause we MUSTN'T lose this war!

richtig muss es nat. "Secretary of State" heissen, peinlich peinlich :|

sry @ Mr.Powell ;)

Also, wenn Fischer über den Irak redet (direkt/indirekt), dann stinkt der Fisch.

Samir,
machen die Iraker eigentlich irgend etwas gegen die amerikanische Hetze in unseren Zeitungen oder teilen sie die Auffassung? Ich habe mir gerade einige Artikel in der Süddeutschen durchgelesen. Es tut mir schon körperlich weh, das zu lesen.

btw:

I found a nice pice about senator kerry's heroism

still he is the democrats "praesidentschaftskanDidat"

die Iraker haben schon etwas gegen die Hetze vor allem von al-Jazeera, die deutsche bekommen sie ja nicht mit, andererseits wissen viele Iraker um die Rolle Deutschlands & Frankreichs. was die deutschen medien sagen, ist ziemlich egal, da man ja mit wichtigerem beschäftigt bin.

Die Seite wird der Vorgänger historischer Bücher über diese Zeit sein.

Wie auch Spanien sind die Phillipinen, Honduras, DomRep, Thailand und Polen kurz davor, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. Die "Koalition der Willigen" bröckelt und sieht es mittlerweile als Fehler in den Irak einmarschiert zu sein. Immerhin müssen diese es am besten Wissen. Provokativ könnte man sagen, daß man diese Gruppe in der Geschichte auch die "Koalition der Einfältigen" nennen könnte, da sie ganz offensichtlich leichtgläubig auf bestimmte "Fakten" hereingefallen sind.

Tatsache bleibt, das der Irak (jetzt) eine stetig wachsende Gefahr für den Westen darstellt. Die Haltung Bushs zum Thema Israel und den Siedlungsgebieten hat im arabischen Raum nochmals ein paar Kohlen aufgelegt. Elder Statesman wie Senator Kennedy, Madeleine Albright oder McNamara, alle inzwischen in einem Alter in dem man Weise wird geben genug Meinung GEGEN Bush wieder. kritik kommt ja nicht nur aus den europäischen Medien.

Wenn man mal einseitige (biased) Berichterstattung sehen oder lesen will, dann empfehle ich den Kontrast zu Al-Dshasiera und Fox-News.

Das dieses BLog in den Geschichtsbüchern auftaucht...naja..und wenn dann als Beispiel dafür, das auch anscheinend aufgeklärte Menschen grenzenlos naiv und leichtgläubig sein können.

Allerdings wird dies erst die Geschichte zeigen. Ich selbst denke, daß wir, betrachten wir die Szene in einem Jahr, sehr viel weiser sein werden als heute.

@ Mathesar

Wenn du echt denkst, dass die Amis wegen WMD und nicht wegen regime-change kamen, dann ist das ein Problem.

Zweitens wurde Hilter mal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, 1936, und diese Atmosphäre der Euphemismen haben wir heute auch.

grosser mathesar,

"Im höchst wahrscheinlichen Gegensatz zu Ihnen"

bin ich von ihrer lebensgeschichte und ihren heldentaten ganz und gar nicht ergriffen,

ihr stumpfsinnigen überlegenheitsphantasien und ihre selbstgerechte betuhlichkeit ÖDEN mich hingegen ganz gewaltig an,

schauen sie doch einfach "in einem jahr" wieder vorbei, wenn wir TATSAECHLICH alle schlauer sind

und murmeln bis dahin ihre unheilvollen prophezeiungen und dunklen vorahnungen lieber zu hause in ihre kloschüssel,

was mich anbelangt, könnten sie das jedenfalls auch schon immer so gehandhabt haben

//ende der trollfütterung

Alter macht weise? Albright nahm in Kauf, daß Unzählige unter den UN-Sanktionen starben. Waren das gute Tote? Es waren auf jeden Fall unsichtbare Tote.

Jeder ist gut, der gegen Bush ist. Wie schlicht.

"Westliche Gesellschaften sind postheroische Gesellschaften. Das heißt, Opfer und Ehre, die in Kriegen zu erbringen und zugleich zu erwerben sind, spielen hier keine Rolle." (Herfried Münkler)

"Privileged to Serve ... (Editor's note: This column appeared on July 12, 2002. Pat Tillman died in combat in Afghanistan yesterday.)"

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