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Deutschland endgueltig durchgedreht:

Grüne wollen Nato und die USA einschalten

Die Grünen fahren schwere Geschütze gegen die geplanten Atomgeschäfte auf: Da sie "Fragen internationaler Sicherheitspolitik" berühren würden, will die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn nun gar die Nato und die USA einschalten.

Demnaechst werden die Gruenen Batman anrufen und wenn da grade besetzt ist vielleicht auch noch Genschman.

Ich finde dieses Gehampel traurig. Ich komme mir richtig verarscht vor. Entschuldigung für das starke Wort. Welch eine Heuchelei, diese ganze Anlage zu verbieten, weil die Technik zu gefährlich ist und jetzt soll sie nach China verkauft werden. Ob man Waffen produzieren kann oder nicht, ist doch gar nicht entscheidend. Fischer hat die Inbetriebnahme damals verhindert und mit der Gefährlichkeit argumentiert. Man möge mal die alten Sitzungen verfolgen. Alles Geschrei war nur Geheul. Und die Menschen sind drauf reingefallen. Und jetzt? Wie soll man sich da vorkommen? Was nutzt es, wenn Klein-Deutschland atomwaffenfreie Zone und aus der Atomenergie aussteigt und wir umzingelt sind von Atomtechnik? Ich komme mir idiotisch vor in diesemn Kindergartenland. Vor wenigen Tagen haben sie noch in Stade gefeiert. Jetzt steht ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.

Ob hinter dem Ausstieg aus der Kernkraft vielleicht doch etwas mehr steckte als Angst vor einem deutschen Tschernobyl?

Denn es war ja immer irrational, nur die Risiken der Kernkraft ins Auge zu fassen und die fossilen Brennstoffe (Smog, Erderwärmung, Bergwerksunglücke, Meeresverseuchung, usw.) auszublenden.

Misstrauisch wie ich bin, würde ich gerne wissen, ob die Saudis und Gaddafi irgendwie ihre Hand im Spiel hatten.

Denn sie profitieren gleich doppelt vom deutschen Ausstieg aus der Kernkraft: erstens, weil Deutschland solange vom Erdöl abhängig bleibt, bis die Vorkommen zur Neige gehen; und zweitens, weil der Energieträger, der auf das Erdöl folgt, nur Wasserstoff sein kann. Und wenn man Elektrolyse zur Gewinnung von Wasserstoff in großem Maßstab betreiben und dabei nicht auf Kernkraft als Primärenergie zurück greifen will, dann kommt nur Sonnenergie in Frage.

Sonnenergie aber kann in unseren Breitengraden nicht wirtschaftlich sein. Anders in Nordafrika (Sahara-Wüste) und in Arabien (Rub al Khali-Wüste). Dort ist Platz genug für Tausende Quadratkilometer Sonnenzellen, und die Sonneneinstrahlung ist viel stärker als in Europa. Vor Ort wird der Wasserstoff aus Meereswasser gewonnen und dann per Kühltanker nach Deutschland geschafft.

Also werden die Araber bis in ferne Zukunft das Druckmittel "Energie" in der Hand haben. Was so nicht möglich wäre, wenn Deutschland die Kernkraft ausgebaut hätte.

tictoc hat recht. Bis auf die alten Anlagen - die man ersetzen sollte - hat Deutschland die sichersten Atomkraftwerke, das sollte man nutzen. Ganz abgesehen von der Abhängigkeit arabischer Staaten wird übrigens der Atomausstieg dazu führen, dass billiger Atomstrom aus Ländern wie Russland etc. importiert wird.

Besonders interessant aber die Hybris der Grünen. Wenn schon deutsche Grüne den Atomausstieg beschliessen, hat der WELTWEIT zu gelten, verdammt! Diese Chinesen, diese Japaner, wie können sie es wagen sich diesem Diktum zu widersetzen?

Ich habe von der Materie leider keine Ahnung, aber es kann doch nicht sein, daß hier in Deutschland wild beschlossen wird, ohne daß sich das weltweit durchsetzt oder je durchsetzen wird. Wurde denn nicht vorher mal nachgefragt, wie andere Länder das sehen? Agiert unsere Regierung hier ganz allein in diese Richtung? Was sagt die Mehrheit in der EU? Im Moment stehen wir doch reichlich dämlich da.

Nach Neuwahlen sehne ich mich nicht, denn das ist keine Garantie für einen Wechsel. Wenn ich mir so anhöre, welche Stimmung in unserem Lande herrscht, dann bin ich mir sicher, daß Rot/Grün wieder mit irgendeinem dummen Spruch die Massen auf ihre Seite zieht. Was anderes war es doch nicht im September 2002.

Wieder schicke ich mich an, die traute Eintracht ein wenig zu stören. Ein Blick in die Todeszone von Tschernobyl zeigt, welche Folgen ein GAU gerade für die unmittelbare Umgebung hat. Das macht dann auch kein Bergwerksunglück wieder wett. Allerdings: man sollte jedem Staat das Recht zugestehen, über dieses Risiko souverän zu entscheiden. Nach 'Harrisburg', das einen tiefen Einschnitt für die amerikanische Atomwirtschaft bedeutete, hat man dies auch dort ja auch getan. Ähnliches gilt (ohne Unfall) auch für Italien und Schweden. Mal wieder kann von deutschem Autismus keine Rede sein. Sicherlich: manche Erscheinungsformen der hiesigen Öko-Bewegung sind für Nachgeborene wie mich reichlich unästhetisch, aber das sollte einem nicht den Blick auf den Kern des Problems verstellen.

P. S. Eigentlich sollten sich die Kommentare ja auf die obige Umfrage beziehen. Angeblich kämpft man auf diesem blog ja wacker gegen Anti-Amerikanismus (in Wirklichkeit natürlich für eine intolerante neo-konservative Ideologie, der auch die Propaganda-Lüge nicht fremd ist!). Also darf man ja aus der triumphierenden Geste, mit der diese Umfrage präsentiert wird, den Schluß ziehen, daß ein Präsident Kerry (oder gar Dean!) in den U. S. A. das Zeitalter des Anti-Amerikanismus (oder gar Antisemitismus!) einläuten würde. Könnte man da den Schluß ziehen, daß nur unter Bush die U. S. A. 'amerikanisch' bleiben? Eine solch traurig eingeengte Perspektive hat dieses Land aber wahrlich nicht verdient!

und was genau ist es, daß Sie immer wieder kommen, Rolf?

Stört Sie mein stetiges Wiederauftauchen? Vielleicht ist der Grund dafür ja der, das ich die Grundüberzeugungen einiger Teilnehmer (etwa Karl oder N. Klaric, obwohl mich beim, bei der letzterem/n die deutschfeindlichen Ressentiments reichlich irritieren)durchaus teile, nur zu gegensätzlichen Schlüssen komme. Da kann eine Auseinandersetzung doch ganz aufschlußreich sein, oder?

wiederkommen, sorry.

dass oder daß, sorry.

Bei aller Selbstkritik: wenn Sie Leute regelrecht zur Flucht aus diesem Land aufrufen, empfinde ich das als reichlich feindselig. Was soll das? Viele Ihrer liberalen Wertvorstellungen, die Sie mir - im Kontrast zu Bushs Standpunkten - darlegten, sind hierzulande doch durchaus verankert. Sie werden überdies von jemand wie Dean weit eher geteilt wie von George W. Bush.

Es ist überdies auch keine Beleidigung, Parteigänger von Bush als neo-konservativ zu bezeichnen (sie bezeichnen sich ja selbst so). Daß diese Leute ihre linken Kritiker im eigenen Land gerne als anti-amerikanisch bezeichnen, scheint ja auch für Sie ein Toleranzproblem zu sein, wie aus Ihrem Verweis auf McCarthy ersichtlich ist. Worin ist da dann aber Ihr Problem mit meinem Standpunkt begründet?

N. Klaric, wunderbar.

Ja wirklich: sehr amüsant. Gut, manches sehe ich anders (Fischer sitzt z. B. spätestens seit seiner sensationellen Erkenntnis, daß es in Israel auch 'Jeckes' gibt, nicht mehr auf Arafats Schoß!), aber das ist ingesamt schon eine gelungene Satire.

Doch zwei Probleme bleiben: zunächst erscheint mir die deutsche Wichtelparade, die Sie da skizzieren, doch recht harmlos im Vergleich zu George W. Bush, der nicht allein für Großkonzerne, sondern für einen ganzen 'militärisch-industriellen Komplex' steht und dessen pompöses manichäisches Pathos mir unsere amorphen Funktionäre fast schon niedlich erscheinen läßt.

Und dann - aus eigener Erfahrung - noch etwas zum Thema 'Community'. Sicher ist eine Selbstorganisation verkrusteten Strukturen vorzuziehen. Aber der Einfluß, ja die Rücksicht auf die Gesamtgesellschaft darf nicht verloren gehen. Sonst wird die 'Community' zum selbstgewählten Ghetto. Und dann entsteht z. B. in der afro-amerikanischen community ein seinerseits ausgrenzender 'Pseudo-Islam', werden etwa in der 'gay community' 'Heteros' als 'breeder' diffamiert, kultivieren pseudo-linke Grüppchen absurde Verschwörungstheorien, die 'draußen' niemand mehr versteht. Und so überläßt man dann den gesellschaftlichen mainstream einem ausgeprägten religiösen oder nationalistischen Konservativismus. Das erstere wäre die amerikanische, das zweite die europäische Variante.

Im Grunde ziehe ich dann doch die Stellung als gleichberechtigter Staatsbürger einem wohligen Ghetto vor. Schröder - das muß man ihm lassen - gewährt mir ansatzweise gleiche Rechte, Bush und sein fundamentalistischer Anhang tun alles, um Leuten wie mir diese Rechte auch in Zukunft zu verweigern.

N. Klaric, in aller Bescheidenheit: bitte starte einen weblog, wenn Du Zeit hast. Brilliante postings.

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