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Comments

Jeder benutzt die Waffen, die er zur Verfügung hat. Und da Palästina im Gegensatz zu Israel nun mal keine Atombomben, Kampfhelikopter, Panzer und Raketen besitzt, greift man halt zum TNT am eigenen Körper.

Ein Selbstmordattentäter kann durchaus ein verführtes Kind sein, das mag passieren. Auch Israel stellt seine Rekruten als Kanonenfutter gerne an Grenzposten.

Der Attentäter kann aber auch ein Mensch sein, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ein solches Attentat begeht. Im letzen Fall bezahlt dieser Mensch das militante Eintreten für seine Idee/Ideologie mit dem eigenen Leben, he pays the highest possible price. Wie groß muß die Verzweiflung sein, bis man so etwas tut? Wie kommt man dazu, den Palis abzusprechen, sie würden nicht auch gerne leben, lieben, saufen und vögeln? Sondern die Kollegen von der Hamas seien alles Irre oder Verführte?

Und jetzt der Umkehrschluß: Wie bezahlt eigentlich Kampfpilot David XY, der aus sicherer Entfernung von seinem Hubschrauber aus eine Lenkrakete in einen palästinensischen Wohnblock abfeuert, für seine Tat? Ist er bereit für seine Tat mit seinem Leben einzustehen? Wird er wirklich mit dem Verlust des eigenen Lebens überhaupt konfrontiert? Nicht wirklich, bzw. die Chance dafür ist erheblich geringer, als bei Achmed XY der sich mit Sprenggürtel in die Luft jagt.

Überlegen mal, was dieser Blutlogik folgend, ethischer ist.

Wie kommt man dazu, den Palis abzusprechen, sie würden nicht auch gerne leben, lieben, saufen und vögeln? Sondern die Kollegen von der Hamas seien alles Irre oder Verführte?

art "Honderich" offenbart sein Unwissen über die "Jungs" von der Hamas. Die Ignoranz ist wirklich grotesk.

Überlegen mal, was dieser Blutlogik folgend, ethischer ist.

Ah, der Zweck heiligt die Mittel? Das ist die Nazi-Logik eines Jörg Zink, der da sprach:

Da lässt Zink die braune Lederhose fallen. »Dazu [Selbstmordattentat] wäre ein normaler Amerikaner gar nicht fähig. Er müsste den Mut haben, den die jungen Selbstmordattentäter der Palästinenser haben, sich selbst in die Luft zu sprengen. Das hat er aber nicht«, der normale Amerikaner, der feige aus großer Höhe die lasergesteuerten Raketen abwirft und sich dann aus dem Staub macht.

Zink lässt ihn nicht weit kommen. »Ich bewundere sie dafür, dass ihnen ihre Sache und die Sache ihres Volkes und ihrer Religion, oder was immer, so wichtig ist, dass sie dafür ihr Leben hingeben. Das sind keine Selbstmörder, sondern das sind mutige junge Leute, die sich voll hingeben für ihre Sache.«

Fliege scheint zu ahnen, dass sein spiritueller Vater eben voll in die Scheiße rein getreten ist und will ihn noch retten: »Sind die nicht auch angelogen worden?«

Darauf Zink: »Natürlich. Natürlich werden sie angelogen, aber dass man sie einfach so abschätzig als Selbstmordattentäter bezeichnet, ist einfach nicht gerecht.«

Wie grotesk, Ethik darüber zu definieren. Tatsächlich ist das Ziel der Palestinänsischen terroristen, die "Besatzer" in Bussen und Restaurants, d.h. möglichst viele unschuldige zu töten, während das Ziel der israelischen Kampfpiloten die systematische Bekämpfung von terroristen ist. Nicht nur sind Selbstmordattentate deshalb pervers, sondern auch, weil die "Ausrottung" der Juden wichiger ist als das eigene Leben.

art "Honderich" hat soeben ebenfalls - mit der exakt gleichen Logik - seine von Gutmenschentum übertünchte braune Lederhose fallen lassen. Der Nazi im Gutmenschengewande.

David, den Kommentar von ihm bitte stehen lassen - zur Abschreckung.

Ich und Nazi, das ich nicht lache. Aber das war ja klar, typischer Reflex. Dabei hab ich nicht mal andeutungsweise etwas Antisemitisches verbreitet. Nu ja, ich hätte es wissen müssen. ;)

Das der Gazastreifen zu der Zeit der Gründung Israel gar nicht zu Israel gehörte, scheinen die Befürworter Sharons Staatsterror gerne zu ignorieren. Was das von Israel proklamierte Selbstverteidigungsrecht anbelangt (man sollte im übrigen den Palis selbiges zugestehen - genau das wollte ich im vorherigen Posting ausdrücken):

Man könnte dieses omminöse "Recht" auch als Blankocheck für sämtliche Greueltaten seit der Ausrufung des Staates Israel bezeichnen:
"Wir haben uns anno 1946 hier breit gemacht, als die Briten nach ihrem Pyhrrussieg im WK2 so schwach waren, daß sie ihr Protektorat Palästina nicht mehr halten konnten. Ein Bömbchen unserer Terrortruppe Irgun und die Briten sind gegangen. Nix mehr mit Empire. In den darauffolgenden 20 Jahren haben wir massive Expansionskriege geführt, die angestammte Bevölkerung vertrieben und uns ein Atombömbchen gebaut. Da ist es doch bloß unser gutes Recht, das alles
zu verteidigen. Unter dem deutschen Faschismus sind wir nämlich mal verfolgt worden, was uns für immer davon befreit, aus der Geschichte lernen zu müssen."

...wobei ich hier nicht Israel mit Deutschland unter Hitler verglichen haben will. Es ist lediglich eine Überspitzung.

Ich und Nazi, das ich nicht lache. Aber das war ja klar, typischer Reflex. Dabei hab ich nicht mal andeutungsweise etwas Antisemitisches verbreitet. Nu ja, ich hätte es wissen müssen. ;)

;) Ich bezog es auf Deinen deutlich zutage tretenden Antisemitismus, da Du die Mittel, nicht die Ziele eines Krieges ins Zentrum rückst und die Selbstmordattentäter verklärst. ;) Broder, den Du als radikal ansiehst, würde Dich - wie Möllemann - als "Antisemitchen" bezeichnen ;) Dadurch, dass Du eine moralische Äquidistanz der zugrundeliegenden Positionen von palestinänsischen terroristen und Israelis vornimmst, unterstützt Du schon die Position der ersteren.

Das der Gazastreifen zu der Zeit der Gründung Israel gar nicht zu Israel gehörte, scheinen die Befürworter Sharons Staatsterror gerne zu ignorieren

Er gehört auch heute nicht i.e.s. zu Israel. Du wirst mir aber sicher die Geschichte des Gaza-Streifens erklären. Bin gespannt.

Wir haben uns anno 1946 hier breit gemacht, als die Briten nach ihrem Pyhrrussieg im WK2 so schwach waren, daß sie ihr Protektorat Palästina nicht mehr halten konnten [...] In den darauffolgenden 20 Jahren haben wir massive Expansionskriege geführt, die angestammte Bevölkerung vertrieben und uns ein Atombömbchen gebaut.

Huaha, groteske Ansichten vertrittst Du da. Worauf genau führst Du die Gründung Israels zurück? Wieso unterschlägst Du die vier Kriege gegen Israel, der erste sofort nach der Staatsgründung? Wieso unterschlägst Du, dass Israel von feindlichen staaten umgeben ist, die es vernichten wollen, da es ein "widerwärtiger Fremdkörper" im Dar-al Islam ist?

Du offenbarst in einem anderen Posting, dass Du immer mit den "Kleineren" sympathisierst. Diese - erstaunlich primitive - Anschauung befreit natürlich davon, über tiefergehende Motive etc. nachzudenken. Natürlich kann auch Israel kritisiert werden. Allerdings sehe ich bei Dir, dass Du in bizarrer Weise ein Bild des "unschuldigen, unterdrückten" Arabers aufrechterhälst, das in der Form unangebracht ist. Warum, glaubst Du, wurden deutsche Nazis in den 50ern und 60ern in Ägypten begeistert aufgenommen, nahmen arabische Namen an und wurden teilweise Regierungsberater? Warum wurde dort "Mein Kampf" in der Armee verteilt, und ist auf der Bestseller-Liste in den Palästinenser-Gebieten auf Platz 6? Warum unterstützt Syrien gleich 5 Terrorgruppen, deren ziel - rate mal - die Destruktion Israels ist, und jeder beginnt das Souveränitäts-Gewinsel, wenn es mal an die Bekämpfung der Wurzeln geht? Etc. etc.

Israel ist nicht nur der einzige demokratische Staat im ME, sondern auch der einzige, der umzingelt ist von Feinden. Daher werden an Israel andee Maßstäbe angelegt als an die nicht-demokratischen regimes, die es umgeben und zerstören wollen. Eine merkwürdige doppelbödigkeit.

an hans ze beeman
die bedeutung des wortes antisemit ist judenfeind und nicht feind des staates israel
in dem text von art kam das wort jude nicht einmal vor und nur weil er kritik an dem staate israel übt heißt das noch lange nicht das er etwas gegen juden hat
ich persönlich finde die politik des staates israel auch nicht in ordnung genau wie die der amerikaner oder der deutschen bundes regierung
die kritik richted sich gegen den staat und nicht gegen seine bevölkerung

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