Wer bricht was?
(Von Greg B. Grabinski)
Wieder versucht der Spiegel Online fein säuberlich den Eindruck zu vermitteln, dass Israel Schuld an dem Bruch der Waffenruhe im heiligen Land ist. Natürlich geschieht dies nicht laut brüllend und mit dem Finger darauf zeigend, das wäre zu offensichtlich.
Der Waffenstillstand zwischen Israelis und Palästinensern ist erneut brüchig geworden: Bei einem Schusswechsel im Westjordanland erschossen heute israelische Soldaten einen örtlichen Anführer der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad sowie einen Polizisten.
Und die IDF macht dies alles auch nur aus Spass an der Sache, erfährt man in den nächsten zwei Paragraphen. Freilich nicht wörtlich, aber das Hamburger Magazin verschweigt uns, warum die Israelis Mirwah Kmeil unbedingt haben wollten. Dass der Spiegel Online es nicht wissen konnte, ist diesmal keine Ausrede, denn seine Lieblingsabtippquelle, die New York Times, erklärte ausführlich.
Mirwah Kmeil war nicht nur »örtlicher Anführer der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad« (was schon Grund genug für eine Verhaftung wäre), sondern plante aktiv einen Selbstmordanschlag in Israel. Es ist auch nicht so, als wäre die IDF dorthin gegangen um ihn zu töten, sondern man versuchte ihn zuerst festzunehmen. Das Problem ist nun, dass genau dies die Aufgabe von Holocaust-Leugner Abbas wäre, nur greift dieser die Terroristen lieber rhetorisch an, damit es die ganze Welt hört, anstatt tatsächlich gegen diese vor zu gehen.
Im letzten Paragraphen über den Vorfall, erlaubt man sich dann doch eine grössere Falschdarstellung.
Die radikal-islamische Hamas-Bewegung beschoss am Morgen die israelische Grenzstadt Sderot mit mehreren Kleinraketen vom Typ Kassam. Die radikal-islamische Hamas-Bewegung bekannte sich zu den Angriffen. Es handele sich um eine Reaktion auf die israelischen Verstöße gegen die Waffenruhe sowie die Bedrohung des Tempelbergs durch jüdische Fanatiker. Dort war es gestern zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Polizisten gekommen.
Einfach so ging die israelische Polizei auf die immer armen, immer unbewaffneten, immer unschuldigen Palästinenser los. Ohne Grund. Denn ihr ist langweilig. Vielleicht sollte man ihnen Gameboys kaufen, dann wären sie mit anderem beschäftigt. Oder aber der Spiegel Online erzählt nicht alles. AFP berichtet ein wenig ausführlicher: Die Polizei musste eine kleine Gruppe 10 bis 15 Juden, welche den Tempelberg auf Grund des Jahrestages der israelischen Eroberung von Jerusalem besuchten, von palästinensischen Jugendlichen, welche sie - leider wie so oft - mit Steinen bewarfen. Dabei wurden 2 Juden verletzt.
Interessant sind die Reaktionen der palästinensischen Führung. Abbas nannte den geführten Rundgang der Juden eine »ernstes und unverantwortliches Vergehen welches zu bedauernswerten Konsequenzen führen könnte«. Der palästinensische Premier erklärte dass eine »Horde jüdischer Extremisten und kriminellen Siedler Al-Aqsa angegriffen haben« und die Palästinenser sich bloss gewehrt haben. Frieden mit solchen Leuten erscheint leider ziemlich utopisch…
Bermerkenswert ist, dass der Spiegel Online die Gruppe von Juden Fanatiker nennt, während Mirwah Kmeil bloss der Anführer der palästinensischen Extremistengruppe Islamischer Dschihad ist. Und doch ist es Letzterer, der mit seinem eigenen Blut »Allah ist gross« auf die Wand schrieb…
Ausserdem hat die Hamas, wie man dem New York Times-Artikel entnehmen kann, nicht bloss Sderot angegriffen, sondern auch Ganei Tal. Bei diesem Angriff töteten sie ironischerweise zwei palästinenisische Arbeiter und einen Chinesischen. Eine Tatsache die in keinem Artikel auf der Website der Hamburger erwähnt wird. Dafür steht dort ein Anderer, in welchem berichtet wird, dass die israelische Luftwaffe auf »gewaltbereite« Hamas-Anhänger schoss. Auch wenn wenigstens erwähnt wird, dass diese auch tatsächlich dabei waren, einen Raketenangriff zu starten, wäre es doch nett gewesen darauf hinzuweisen, dass es bei weitem nicht der Erste gewesen wäre, sondern dass am Vortag drei Menschen durch solche Angriffe starben.
Natürlich, in diesem
Konflikt gibt es so viel zu berichten, dass es vorkommen kann, dass man
einmal etwas nicht mitbekommt. Aber in diesem Falle, nämlich der
Unterschlagung eines tödlichen Angriffes, ist es dann doch etwas
eigenartig, zumal es eine Top-Story bei der Partnerzeitung New York Times
war. In der amerikanischen Zeitung fand sich dann noch ein Foto,
welches ziemlich stark an dem Bild des israelischen Soldaten als
kindertötendes Monster rüttelt. Man sieht israelische Soldaten, welche
den verletzten Palästinenser zu Hilfe kommen: