(Von Greg B. Grabinski)
Als die 100.000 Zuschauer das Azadi-Stadion nach Spielende verlassen wollten, brach eine Massenpanik aus, bei der sechs Zuschauer starben.
Neben
den sechs Opfern seien mehr als 40 Fußball-Fans teilweise schwer
verletzt worden, teilte die iranische Nachrichtenagentur IRNA mit
Es wirkt schon fast lächerlich wie sich der Spiegel
auf die Propagandaquelle der Mullahs verlässt. Die IRNA ist wohlgemerkt
die einzige Agentur im Lande und wird strikt von den Mullahs
kontrolliert bzw. geleitet. Die deutsche Pravda macht sich natürlich
nicht einmal diese kleine Mühe, die Leser darauf hinzuweisen. Alle
anderen, Mullah-unabhängigen Quellen berichten von Feiern über den Sieg
die zu Protesten gegen das Regime ausarteten (#1, #2, #3, #4, #5, #6)
und zwar im ganzen Land. Schon während dem Spiel wurden Schlachtrufe
gegen die regierenden Mullahs gerufen und weil Frauen im Stadion nicht
zugelassen sind, versammelten sich diese vor dem Stadion um gegen die
Geschlechtsapartheid zu demonstrieren. Ähnliche Proteste gab es zur
Zeit des Spieles den Berichten zufolge auch in Esfahan, Tabriz,
Mash’had und anderen grösseren Städten. Der Vater eines laut der
Mullahs in der Unruhe »zertrampelten« jugen Mannes, sagte aus (andere Quelle),
dass die Leiche bloss Verletzung am Kopf aufwies. Es ist ziemlich
unwahrscheinlich, dass eine Menge, selektiv genug wäre, um den Mann nur
am Kopfe zu verletzen. Wahrscheinlicher ist, dass die
Revolutionswächter ihn bei den Demonstrationen zugerichtet haben.
Es
hätte aber wirklich gereicht zwei Sekunden lang nachzudenken. Aus
welchen Gründen könnte oder sollte eine »Massenpanik« in einem Stadion
entstehen, nachdem das Heimteam gewonnen hatte? Natürlich, die Iraner
sind temperamentvoll, dennoch werden sie sich nicht gegenseitig ohne
Grund über den Haufen laufen. Die Bilder aus dem Stadion sprechen ebenfalls eine andere Sprache.
In Baneh kam es am 29. März zu Auseinandersetzungen (andere Quelle)
zwischen dem Volk und den »Sicherheitskräften«, nachdem Agenten von der
»Regierung« zwei Männer erschossen haben. Es wird vermutet, dass dies
im Rahmen der zunehmend härteren Massnahmen gegen Dissidenten geschah.
Die aufgebrachte Menge warf Steine auf die Staatsbank und riss
Portraits von Khatami, Ayatollah Khamenei und Ayatollah Khomeini von
den Wänden in Regierungsgebäuden.
Auch am 30. März kam
es zu weiteren Demonstration bei welchen junge Frauen und Männer
verhaftet wurden. Ausserdem wird berichtet, dass immer mehr
Telefonverbindungen aus dem Ausland unterbunden werden und die
»Sicherheitsvorkehrungen« seitens der Regierung immer strikter werden.
Mit anderen Worten: Die Mullahs haben Angst.
Aber die ganze Welt schweigt. Wobei, schweigen wäre nur halb so schlimm wie das aktuelle Verhalten
der grossen Drei der EU. Diese denken mittlerweile darüber nach, den
Mullahs Technologien zu überlassen, mit welchen man eine Atombombe
bauen könnte, um Teheran entgegenzukommen. Das wäre - auch wenn es
alles andere als überraschend ist - der endgültige Kniefall vor einer
weiteren menschenverachtenden Diktatur. Und nur weil die EU beweisen
wollte, dass sie auch Probleme lösen kann, weil sie endlich wieder
wichtig sein wollte, weil sie wenigstens einmal in der Geschichte auf
der Seite des Guten stehen wollte, weil sie vor der ganzen Welt zeigen
wollte, dass sie Lehren aus den Weltkriegen gezogen hatte, weil sie
allen zeigen wollte, dass man sich auf das moralische Europa verlassen
könnte, wenn die Cowboys gerade mit Pistolen in der Luft fuchteln. Aber
sie versagten.
Dass die Mullahs dies teilweise auch
wahrscheinlich so gewollt haben, dass sie die Europäer gegen die
Amerikaner positionieren wollten, störte erstere ganz und gar nicht,
während die achso wilden, undiplomatischen, christlichen
Fundamentalisten aus Washington versuchten genau dies abzuwenden mit
der Annährung an die EU-Politik. Der alte Kontinent aber verhandelt in
einem Anflug von Grössenwahnsinn stur weiter. Bis Teheran die Bombe
haben wird. Bis das persische Volk damit zu weiteren Jahren Mullahhaft
verurteilt wird.
Mr. Bush, Sie haben versprochen mit den
Iranern zu sein, wenn diese für ihre Freiheit aufstehen. Worauf warten
Sie noch, Mr. Bush? Die Iraner tuen es doch, das weisse Haus aber
schweigt! Die Zeit ist gekommen, der Augenblick ist jetzt. Sie müssen
nun Ihre »Tear Down This Wall«-Rede halten. Fordern sie Teheran auf,
die Tore zu öffnen, die politischen Gefangenen freizulassen, die Frauen
von ihren Schleiern zu befreien, die Schaira abzuschaffen, freie Presse
und Meinungsfreiheit. Geben sie den Dissidenten eine Stimme. Fordern
Sie ihre Allierten und Freunde auf, jegliche Kontakte mit den Mullahs
abzubrechen und brechen Sie mit jenen, die es nicht tun. Bringen Sie
den Fall vor den Sicherheitsrat, sofort und nicht wegen der Atombombe,
sondern weil der Iran zurzeit die Artikel 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
11, 12, 13, 14, 16, 18, 19, 20 und 21 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
nicht beachtet. Machen Sie die Väter Amerikas stolz indem Sie den
Führern in Teheran eine einzige Option bieten: »Liberty or Death«!
Fordern Sie von ihnen ein Referendum, nicht gespielte Wahlen mit vom
Regime anerkannten Kandidaten!
Mr. Bush, was Ihre Adminstration
für Demokratie im Nahen Osten geleistet hat, ist einzigartig, aber
rasten Sie nicht jetzt. Nicht so kurz vor Ihrem Ziel, nicht so kurz vor
der Befreiung der Volkes, welches Ihrem Land so viel näher steht als
Europa es tut. Entscheiden Sie sich für das persische Volk und gegen
Europa, die Geschichte wird Ihnen Recht geben.
Free Iran! Faster, please!