(Von Greg B. Grabinski)
“Wir waren wohl manchmal
zu laut, zu direkt, zu polternd vielleicht”, sagte Powell in einem
Interview mit dem “Stern”. Ausdrücke wie “altes Europa” von
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hätten “nicht gerade
vertrauensbildend gewirkt”, sagte Powell. Die Europäer habe es bei der
amerikanischen Ausdrucksweise “wohl manches Mal geschaudert”.
Bush
habe “manche Standpunkte vielleicht überdeutlich dargestellt”,
kritisierte der ehemalige Außenminister und Vorgänger von Condoleezza
Rice auch den Präsidenten. “Aber so begannen Veränderungen”, fügte er
mit Blick auf den Nahen Osten hinzu. Bush gebühre “die Ehre, dass er
den Menschen dort aus der Seele gesprochen hat”.
Ich
weiss nicht ob man lachen oder weinen soll, sich vor Lachkrämpfen am
Boden rollen oder in Heulkrämpfe ausbrechen soll, eine Cola auf Amerika
trinken oder sich mit deutschem Bier besaufen soll. Ich meine, das
kann’s nun wirklich nicht sein!
Darf man nun also die Dinge
nicht beim Namen nennen, weil die europäischen Deppen vom Dienst es
nicht schaffen, in ihren kleinen Hirnchen es zu fassen, dass jemand an
Freiheit im Nahen Osten glaubt und die Realität ihm Recht gibt? Wenn
die dort noch herrschenden Diktatoren dagegen herausposaunen, dass
Amerika Satan höchstpersönlich ist und dass Israel ins Meer gehört
runzeln die Europäer an guten Tagen vielleicht ‘mal die Stirn, aber es
sind halt verschiedene Kulturen.
Und dann kommt der Powell
angestolpert und behauptet es sei die normalste Sache der Welt. Es ist
eben dies nicht. Es sind nicht Stildifferenzen die Amerika und Europa
auseinanderdriften lassen, auch wenn sie massiv mithelfen wie man an
Europas Liebe für Kerry feststellen kann. Das Problem ist nicht, dass
Bush sich einmal mit Cowboy-Hut fotografieren liess und wie ein solcher
läuft. Dies beschleunigt bloss den Prozess.
Die Europäer sind
grösstenteils bestenfalls schlechte Schüler von Kissingers
»Détente«-Lehre (mit anderen Worten: Appeaser ohne Rückgrat). Das ist
für sie nicht einmal eine Beleidigung, da sie besonders stolz sind eine
Achse des Friedens zu bilden, welche hilft Menschen zu unterdrücken,
damit der Westen mit dem Eindruck leben kann, dass die Welt stabil ist.
Was sie kurzfristig dann auch ist, bis die Appeasten merken, dass sie
von ebenjenem Westen noch mehr verlangen können, und dieser es dann
auch tun wird. Wie weit er dazu gehen wird, zeigen die Verhandlungen
der »grossen Drei« der EU, welche im Prinzip bereit sind den Mullahs
alles zu geben, was diese brauchen um das Volk mit Ach und Krach zu
unterdrücken.
Man braucht nur sovietische Dissidenten zu fragen
was sie von solchem Appeasement und dem Stabilitätsdenken (welches in
Europa noch weiter verbreiteter war als in den USA) und was sie von
Männern wie Henry Jackson und Ronald Reagan halten. Heute könnte man
die Iraner oder die Libanesen fragen, ob sie bevorzugen dass man mit
den Mullahs verhandelt und ihnen ermöglicht Anschluss an den Westen zu
halten, oder ob sie lieber hätten, wenn alle wie Präsident Bush zu
verstehen gäben, dass die freie, westliche Welt es ernst mit »Freedom
& Liberty« meint und den Mullahs das Leben ungemütlich machen wird,
wenn sie nicht nach der amerikanischen Friedenspfeife tanzen.
In
Gefangenschaft lebende Leute sind nicht geschichtsfremd. Sie wissen,
dass die Berliner Mauer zerstört werden konnte, weil Ronald Reagan dies
lautstark forderte und nicht weil Henry Kissinger Stabilität mit der
Soviet Union wollte.
Das letzte Mal als man versuchte einem
Irren die Bombe auszureden, ging dies schief: Nordkorea bekam Free Food
und besorgte sich die Bombe später andersweitig. Aber kurzfristig war
die Clinton-Adminstration glücklich und die Europäer waren stolz (d.h.
ungefähr 50% der Bevölkerung hasste ihn nicht), weil einer von ihnen in Washington sass.
Auch
heute glauben die meisten Europäer an die Macht der Worte und des
Dialoges. Die Bush-Adminstration dagegen glaubt an die Macht der
Freiheit. Genau dies ist der grosse Unterschied zwischen Europa und
Amerika. Die Europäer meinen sie können Gefahren für sich selbst
wegdisktuieren und vergessen dabei die Schicksale der dabei
unterdrückten Völker. Die Amerikaner dagegen sind überzeugt, dass damit
es uns gut geht und dass keine Bedrohung von einem Land ausgeht, das
Volk ebenjenes frei sein muss.
Die jüngste Geschichte gibt den
Amerikaner Recht. Oder glaubt jemand dass ein freier Libanon weiter die
syrische und iranische Hisbollah beherbergen wird? Dass er ein
Interesse an einem Krieg mit Israel haben könnte? Dass dies das Volk zu
lassen würde? Es war die importierte - ja mit Gewalt »aufgezwungene« -
Freiheit die aus den Erzfeinden Frankreich und Deutschland beste
Freunde machte. Es gab keinen Führer für den man sterben konnte, keine
gekidnappte Presse welche den Deutschen als Unmenschen porträtierte.
Freie Gesellschaften sind an Kriegen gegeneinander grundsätzlich nicht
interessiert, weil der Einzelne lieber ruhig in Frieden lebt und die
Köpfe dieser Staaten im Gegensatz zur herrschenden Zynik eben doch von
der Bevölkerung abhängig sind und nicht einfach tun und lassen können
was sie gerade wollen.
Europa muss verstehen, dass Frieden mit
Diktatoren unmöglich ist, da diese auf dem Pulverfass Volk sitzen und
sich nur um ihren Weiterverblieb kümmern. Dazu ist der Westen ‘mal
Feind, ‘mal Freund, aber nie ein stabiler Partner. Und eine Demokratie
die dich nicht mag, ist besser als eine Diktatur die dich mag, denn
eines Tages wird sie ihre Liebe kündigen.
Das alles ist nun
kein Plädoyer gegen den Krieg im allgemeinen, denn der scheint manchmal
zur Befreieung notwendig wie 1945 oder 2003. In anderen Ländern, so
geschehen in diesem Jahr, ist er nicht notwendig.
Über
das Vorgehen gegen den gestürzten irakischen Staatschef Saddam Hussein
habe es innerhalb der Regierung in Washington Differenzen gegeben,
sagte Powell. Er selbst “dachte, es gäbe die Möglichkeit einer
diplomatischen Lösung”.
Ihn und alle anderen
Diplomaten, Kriegsgegner, Terroristenfreunde und Experten fordere ich
zum letzten Mal auf, endlich zu präzsisieren, wie diese diplomatische
Lösung ausgesehen hätte. Wie sie innerhalb von knapp zwei Jahren dem
Irak freie Wahlen gebracht hätte, wie sie Gaddafi gezähmt hätte, wie
sie den Menschen im Libanon und im gesamten Nahen Osten gezeigt hätte,
dass auch sie frei sein können und dass der Westen - oder zumindest die
USA - sie unterstützen.