25/03/2005

Das Netz zum Welt-Wasser, äh -Inflationstag:

(Von Markus Oliver)

Pünktlich zum Welt-Wassertag bringt der staatliche Sender 3Sat einen Film über das „Zittern der Weltmacht“ – Künstler gegen Bush. Tagesaktualität ist bei staatlich garantierter „Grundversorgung“ eben gewährleistet. Altbekannte „Künstler“ bekommen Gelegenheit, um über ihre Initiative gegen George W. Bush zu schwadronieren. Auf der rechten Seite der Homepage findet sich dann noch eine bunte Linksammlung zu allerlei anti-neocon-Publikationen. So z.B. auch zu einem ganz ausgezeichneten Buch von Chalmers Johnson – „Ein Imperium verfällt“. Ob damit die EU nach der Reform des Stabilitätspaktes gemeint ist? Oder Deutschland mit über fünf Millionen arbeitslosen Bürgern? Immerhin erwähnt der Schreiber, dass Moore George W. Bush die Abwahl vorhergesagt hat. Das ZDF nimmt seinen Informationsauftrag schon ernster und bringt als Headline: Schnee schippen, Sauna anheizen.  Dem interessierten GEZ-Zahler wird das harte Leben von Thomas Gottschalk serviert. Die ARD widmet ihre Headline dem Lufthansa-Deal und einem gewissen Herrn Meier, der den BVB verlässt. Der gute alte SPON schreibt über die „rechten Vorlieben des Todesengels“ und  – tagesaktuell – über den Mythos Wasser. Der Stern bringt ein wenig Berichterstattung über die Regierung unter, allerdings nicht zu den Verhandlungen über den Stabilitätspakt, sondern über die frühzeitige Kenntnis des Kanzleramtes von der Art und Weise der Visa Erteilung in Kiew. Zu guter Letzt schreibt der Focus eindrucksvoll über „Grünes Licht für Schiavos Tod“.

Nicht dass das alles völlig bedeutungslos wäre. Aber ist das wirklich wichtiger als die Lage im Land? Wo bleibt die Kritik an der Regierung und der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation? Haben die Deutschen aufgehört ein wirtschaftlich denkendes Volk zu sein?

15/02/2005

NATO-Rede verschnupft Teilnehmer

(Von Paul13)

FOCUS

Der US-Verteidigungsminister sorgte insgesamt für gute Stimmung auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Mit Augenzwinkern bezeichnete Rumsfeld manche seiner früheren harschen Äußerungen zu Vertretern anderer Meinungen als „Old Rumsfeld“.

Rumsfeld's ausgesprochen unterhaltsame Art, sich mit klaren Worten und genialen Bonmots über die eingefahrenen Regeln der Diplomatie hinwegzusetzen, ist ja alleine schon eine Klasse für sich. Aber ein Politiker mit der Fähigkeit zur Selbstironie, das hat nun wirklich Seltenheitswert. Absolut brilliant!

[...] „Es ist gut, wieder hier zu sein", versicherte „Rummy“ und unterhielt das Publikum auch sonst mit allerlei kurzweiligen Sprüchen.

Die heikle Frage etwa, wie Amerika auf die Berufung eines EU-Außenministers reagieren würde, nahm der alte Haudegen diplomatisch auf: „In Chicago würde man sagen, einige meiner Freunde sind dafür, einige meiner Freunde sind dagegen. Und ich bin immer der Meinung meiner Freunde.“

Womit Rummy wieder einmal all seinen Kritikern gezeigt hätte, daß er immer noch die unbestrittene Nr. 1 ist. Einfach unersetzbar, der Mann. Hoffentlich hört man nach seinem "Comeback" jetzt wieder öfter von ihm. So ein Talent darf man nicht verstecken, nicht mal, um dem State Department einen Gefallen zu tun.

„Just kidding“ – „nur ein Witz“ – versicherte Rumsfeld gleich mehrmals nach launigen Statements, aufmerksam darauf bedacht, keine neuen Gräben aufzureißen.

Traurig genug, daß man das in Deutschland offenbar immer noch dazusagen muß. Vermutlich damit die Deutschen wissen, daß sie jetzt in den Keller gehen können.