Das Netz zum Welt-Wasser, äh -Inflationstag:
(Von Markus Oliver)
Pünktlich zum Welt-Wassertag bringt der staatliche Sender 3Sat einen Film über das „Zittern der Weltmacht“ – Künstler gegen Bush. Tagesaktualität ist bei staatlich garantierter „Grundversorgung“ eben gewährleistet. Altbekannte „Künstler“ bekommen Gelegenheit, um über ihre Initiative gegen George W. Bush zu schwadronieren. Auf der rechten Seite der Homepage findet sich dann noch eine bunte Linksammlung zu allerlei anti-neocon-Publikationen. So z.B. auch zu einem ganz ausgezeichneten Buch von Chalmers Johnson – „Ein Imperium verfällt“. Ob damit die EU nach der Reform des Stabilitätspaktes gemeint ist? Oder Deutschland mit über fünf Millionen arbeitslosen Bürgern? Immerhin erwähnt der Schreiber, dass Moore George W. Bush die Abwahl vorhergesagt hat. Das ZDF nimmt seinen Informationsauftrag schon ernster und bringt als Headline: Schnee schippen, Sauna anheizen. Dem interessierten GEZ-Zahler wird das harte Leben von Thomas Gottschalk serviert. Die ARD widmet ihre Headline dem Lufthansa-Deal und einem gewissen Herrn Meier, der den BVB verlässt. Der gute alte SPON schreibt über die „rechten Vorlieben des Todesengels“ und – tagesaktuell – über den Mythos Wasser. Der Stern bringt ein wenig Berichterstattung über die Regierung unter, allerdings nicht zu den Verhandlungen über den Stabilitätspakt, sondern über die frühzeitige Kenntnis des Kanzleramtes von der Art und Weise der Visa Erteilung in Kiew. Zu guter Letzt schreibt der Focus eindrucksvoll über „Grünes Licht für Schiavos Tod“.
Nicht dass das alles völlig bedeutungslos wäre. Aber ist das wirklich wichtiger als die Lage im Land? Wo bleibt die Kritik an der Regierung und der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation? Haben die Deutschen aufgehört ein wirtschaftlich denkendes Volk zu sein?