« Taiwan-Konflikt: Chinesischer General droht USA mit Atomkrieg | Start | Atomstreit: Iran räumt Hinhaltetaktik ein »

18/08/2005

Gaza-Abzug: Israeli erschießt aus Protest vier Palästinenser

(Von Paul13)

SPIEGEL online

Die Zwangsräumung der jüdischen Siedler im Gaza-Streifen ist durch die Attacke eines Israelis im Westjordanland überschattet worden. Er tötete vier Palästinenser. Die radikale Hamas-Organisation kündigte unterdessen weiter Widerstand gegen Israel an.

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon verurteilte den Angriff im Westjordanland vor der Siedlung Schilo als "jüdischen Terror".

Tja, das ist eben der Unterschied: Während arabische Friedensnobelpreisträger und andere gemäßigte Palästinenserführer den vorsätzlichen Mord an unschuldigen Zivilisten günstigstensfalls als legitimen Widerstand, der nur momentan aus taktischen Gründen der eigenen Sache nicht dienlich ist, mit leicht gerunzelten Augenbrauen väterlich mißbilligen, bezeichnet der gefürchtete Blutsäufer und Kriegsverbrecher Sharon ähnliche, wenn auch in unvergleichlich geringerem Ausmaß stattfindende Anschläge seiner eigenen Landsleute auf die Zivilisten der anderen Seite als das, was sie sind - nämlich Terror.

Es wäre wirklich schön, wenn Abbas und seine Bande sich mal zu ähnlich klaren Worten gegenüber den Verbrechern in den eigenen Reihen hinreißen lassen würden, und wenigstens so zart gegen die Bombenleger und Massenmörder vorgehen würden, wie Sharon das konsequent gegenüber Sitzblockierern und Hausbesetzern vorexerziert. Nicht daß die in Ehren ergrauten Veteranen von Wackersdorf und Mutlangen angesichts dieser unfairen Ungleichbehandlung des passiven Widerstands gegenüber dem bewaffneten Kampf auf ihre alten Tage am Ende noch solidarische Gefühle für die israelischen Siedler entwickeln.

TrackBack

TrackBack-Adresse für diesen Eintrag:
http://www.typepad.com/t/trackback/1737/3018566

Folgende Weblogs beziehen sich auf Gaza-Abzug: Israeli erschießt aus Protest vier Palästinenser:

Kommentare

> Es wäre wirklich schön, wenn Abbas und seine Bande sich
> mal zu ähnlich klaren Worten gegenüber den Verbrechern
> in den eigenen Reihen hinreißen lassen würden, und wenigstens
> so zart gegen die Bombenleger und Massenmörder vorgehen
> würden, wie Sharon das konsequent gegenüber Sitzblockierern
> und Hausbesetzern vorexerziert.

Darauf kannst Du lange warten. Eine Kraehe hackt der anderen kein Auge aus.

Scharon bezeichnete den ersten Attentäter als "blutrünstigen jüdischen Terroristen". Von Moslems hört man in solchen Situationen keinerlei offene Selbstkritik dieser Art.

Kommentar schreiben

Wenn Sie ein TypeKey- oder TypePad-Konto haben, bitte anmelden