Gerhard und die UNO
(Von Ch. Arm)
Ulrich Specks Kosmoblog ist immer wieder einen Besuch wert. Jüngst stieß man dort auf diesen Post über das Vorhaben von Friedenskanzler Gerhard Schröder in den UN-Sicherheitsrat einzuziehen.
Dumm, gelaufen: Schröders Sitz im Sicherheitsrat Nein, man kann ihm nichts vorwerfen. Er hat sich doch so sehr um die Chinesen bemüht. Hat ihnen alles versprochen, was sie wollten, Aufhebung des EU-Waffenembargos zum Beispiel. Ok, das musste verschoben werden. Aber aufgeschoben ist so gut wie aufgehoben. Und jetzt das: Auf den ersten Schritt in Richtung Vollmitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat hin kommt postwendend die Absage aus Peking. Ein "überhasteter Vorstoß" sei das. Man könnte es auch diplomatischer ausdrücken, will es offenbar aber gar nicht. Offenbar will man deutlich sein. Was ist passiert?
Die Fortsetzung gibt es hier.
Genialer Post! Condi Rice hat im übrigen heute auch öffentlich erwähnt, keinen Grund zu sehen, dass "noch ein Mitglied der Europäischen Union einen ständigen Sitz bekommt." Bei Japan indes sehe sie diesen Grund.
Tja, das kommt davon, wenn Super-Schröder meint, der politische Gegner käme von jenseits des atlantischen Ozeans ... und alles darauf konzentriert eben jene zu brosküren und den Chinesen die Füße zu küssen ...
Kommentiert von: JC | 18/05/2005 um 18:43
Wir sollten den Chinesen dankbar sein. Denn was, um Himmels willen, sollen wir mir einem Sitz im Weltsicherheitsrat.
Kommentiert von: Mark Mallokent | 18/05/2005 um 20:36
einfache frage: wer der 5 sollte eigentlich ein interesse daran haben, ein teil seiner macht an deutschland zu verlieren? zu was sollte es gut für einen der 5 sein? cui bono? niemandem nützt es, also wird es auch nicht gemacht. die vage aussicht, die 5 gegeneinander auszuspielen und so eine 4:1 - situation für uns herbeizuführen, mit: usa kann dann nicht mehr ablehnen, ist völlig irrig. selbst brasilien hat keine chance. die tiersmondisten dürften überall sitzen und ihre regierungen entsprechend unter druck setzen, überall, nur eben nicht in moskau und peking. auch condi promotet japan doch nur, weil sie weiß, dass die chinesen japan nie neben sich auf augenhöhe in der un dulden werden. clever: indem sie japan und brasilien verlinkt, kann sie die letzteren gleich mit raushalten, auf die chinesen ist verlass.
ist das nu schlimm für unser glorreiches vaterland? nee, nur für schröder; denn nie war deutschland außenpolitisch mächtiger als in der ära carter, als man das gute verhältnis zu amerika nutzte, eigene sicherheits- und handelsinteressen durchzusetzen.
Kommentiert von: | 19/05/2005 um 11:38
Ist doch mal wieder ganz großes Kino, wie wir´s eben von schröder-home-entertainment gewohnt sind.
lol
Kommentiert von: Wolfgang | 19/05/2005 um 19:29
> wer der 5 sollte eigentlich ein interesse
> daran haben, ein teil seiner macht an
> deutschland zu verlieren?
Das ist die eine, sehr berechtigte Frage.
Die andere ist die nach der Grundlogik dieser "Repräsentation von Weltgegenden", d.h. der Idee, der jeweils dickste Staat einer Region müßte in den Sicherheitsrat.
Denn da stellt sich die Frage:
Welcher Staat einer solchen Region sollte eigentlich ein Interesse daran haben, sich von diesen selbsternannten Vormächten vertreten zu lassen?
Die Antwort ist klar: Keiner.
Japan ist geradezu verhaßt in Ostasien, die südasiatischen Länder mißtrauen den Ambitionen Indiens, den Afrikanern ist es maximal noch egal, ob Südafrika oder Nigeria seine eigenen Interessen verfolgt, die Lateinamerikaner finden es absurd, sich ausgerechnet von Brasilien (als einzigem nicht-spanisch-sprachigem Land) repräsentieren zu lassen.
Und die EU-Partner (eben nicht nur Italien als Wortführer, sondern fast alle) wissen genau, daß Deutschland keineswegs die Region vertreten würde, sondern wie jedes Sicherheitsrats-Mitglied ausschließlich die eigenen Interessen. Und daß es dabei Null Rücksicht auf die Nachbarn und sogar auf die Absprachen mit diesen legt, das haben sie gerade unter Schröder oft genug erfahren müssen.
Kommentiert von: Ralf Arnemann | 20/05/2005 um 11:17