Iraq the Model: Neue Techniken der „Aufständischen“
(Von Omar beim irakischen Blog "Iraq the Model"; Übersetzt aus dem Englischen von David Harnasch)
Neue Techniken der „Aufständischen“
Ich war mir schon zuvor sicher, daß die Terroristen Feiglinge sind, aber das Maß an
Feigheit, das diese Vorfälle dokumentieren, ist außergewöhnlich.
Bei dem Selbstmordattentat, das am Wahltag auf ein Wahllokal in Bagdads Viertel Al
-Jadeedah verübt wurde, wurde ein entführter Behinderter mit Down Syndrom (bekannt auch
als Trisomie 21 oder Mongoloismus) instrumentalisiert. Augenzeugen (ich zitiere einen
Kollegen von mir, einen Zahnarzt der dort lebt) berichten: „Das Opfer war vollkommen
verängstigt, als ihm befohlen wurde, zum Wahllokal zu laufen, so daß es nach einigen
Schritten wieder in Richtung der Terroristen umkehrte. Die Mörder drückten sofort den
Zünder und sprengten das arme Opfer auf halbem Weg zwischen ihrer Position und dem Eingang
des Wahllokals ins die Luft.“
Ich wollte diese Nachricht nicht glauben, bis ich jemand anderen aus der Gegend des Anschlags
traf, ...
der die Familie des Opfer kennt. Fünf Tage vor der Wahl wurde der arme Kerl vermißt
gemeldet und die Familie verteilte Steckbriefe mit seiner Beschreibung und der Bitte, sich
bei ihnen zu melden, falls jemand ihn finden sollte.
Als mir vor einem Monat ein Verwandter (der wegen einer Rhesusfaktor-Inkompatibilität seit
Geburt geistig behindert ist) erzählte, daß eine Gruppe Männer in einem Auto versuchte, ihn
zu entführen, als er vor der Praxis in der er regelmäßig Medikamente bekommt, auf seinen Bruder
wartete, dachte ich, er hätte sich die ganze Geschichte ausgedacht. Er sagte, sie hätten
versucht, ihn in das Auto zu zwingen, und ihm erzählt, sie seien „Mujaheddin und würden ihm
nichts antun“. Trotz seiner geistigen Behinderung funktioniert der Überlebensinstinkt meines
Verwandten, und er schaffte es wegzurennen. Nachdem ich von dem anderen Vorfall gehört hatte,
stellte ich die Verbindung zwischen beiden Geschichten her. Nun glaubte ich die Geschichte meines
Verwandten – sie deckt eine widerliche neue Kriegstechnik auf, die sich nur die ekelhaftesten
Geister ausdenken können.
Wie groß der Unterschied ist, zwischen den Terroristen, die geistig Behinderte entführen, um sie
kaltblütig zu ermorden und ihre Morde ausführen zu lassen und den tapferen Irakis, die ihr Leben
opferten, um ihre Brüder zu schützen!
Derzeit erzählt man sich in Bagdad die Geschichte eines tapferen Irakis namens A’adel Nasir. Er
sah einen verdächtig wirkenden Kerl in einem Wahllokal im Al-Hurriyah-Viertel herumlaufen und
erkannte schnell, daß der eine Selbstmordattentat verüben will. Er rannte auf ihn zu, kämpfte und
schlug ihn nieder. Dabei explodierte die Bombe, die der Terrorist am Leib trug – Nasir opferte
sein Leben und rettete die Leben all derer, die vor dem Wahllokal anstanden. Später stellte sich
heraus, daß der Terrorist einen Sudanesischen Ausweis trug. Heute erklärte der irakische
Bildungsminister, daß die Schule, in der sich am 30. das Wahllokal befand, nach A’adel Nasirs
benannt wird.
Die ekelhaften Terroristen brechen einen Weltrekord in Feigheit und Wahnsinn nach dem anderen –
das zeigt, wie verzweifelt sie werden.
Selbstmörder, die sich freiwillig melden, die meinen, das Töten anderer Menschen würde sie ins Paradies bringen, sind schon widerlich, weil hinter ihnen immer andere stehen, die sich selbst nicht opfern würden, weil sie selbst am Leben hängen und die Märchen vom Paradies nur anderen vorgaukeln. Das kann doch kein Mensch sein, der einen anderen töten muß, um ins Paradies zu kommen. Das kann doch kein Mensch sein, der der Wert eines anderen Menschen danach beurteilt, welchen glauben er hat. Das kann doch kein Mensch sein, nur ein verwirrter Geist.
Aber daß man hilflose Menschen benutzt, ist noch eine Steigerung.
Wie können deutsche Journalisten diese widerlichen Akte der Unmenschlichkeit nur Aufstand nennen, als wäre es gegen mörderische Tyrannen.
Kommentiert von: Gabi | 03/02/2005 um 22:30
Iraker schlagen zurück:
http://iraqilibe.blogspot.com/2005/02/iraqi-citizens-kill-5-terrorists.html
"Citizens of Al Mudiryiah were subjected to an attack by several militants today who were trying to punish the residents of this small town for voting in the election last Sunday.
The citizens responded and managed to stop the attack, kill 5 of the attackers, wounded 8 and burned their cars.
3 citizens were injured during the fire exchange. The Shiekh of the tribe to whom the 3 wounded citizens belong demanded more efforts from the government to stop who he described as "Salafis". "
Kommentiert von: Markus | 03/02/2005 um 22:48
Wie können deutsche Journalisten diese widerlichen Akte der Unmenschlichkeit nur Aufstand nennen, als wäre es gegen mörderische Tyrannen.
Sie tun es weil sie es können und sie niemand zur Rechenschaft zieht. Das beste Beispiel ist auf diesem Blog zu sehen: es gibt Teilnehmer die überhaupt kein Problem haben mit diesem "Journalismus", dafür aber finden sie diesen Blog unausgewogen. Viel zu viele Menschen in D leben in einer virtuellen Realität, geschaffen von den Medien. Nichts wird sich gross ändern. Die Hoffnung darf man nie verlieren, aber mehr als hoffen kann man in D zur Zeit nicht.
Kommentiert von: WhatDoIKnow | 03/02/2005 um 22:50
In der FAZ finde ich gerade einen Artikel über den oil-for-food-Skandal, aber auch da verdreht man den Sachverhalt so, daß man die USA anklagt:
"Irak
„Washington wußte genau über Öl-Schmuggel Bescheid”
03. Februar 2005 Die Vereinigten Staaten hatten offenbar genaue Kenntnisse über den umfangreichen Ölschmuggel aus dem Irak. Nach Berichten des amerikanischen Fernsehsenders „CNN” haben sowohl die Clinton-Administration als auch die Regierung unter George W. Bush über Jahre gebilligt, daß Milliarden von Petrodollars auf illegalem Weg in die Staatskasse Saddam Husseins geflossen sind."
http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EBFE27EAF4D9040E7854CCD92D7F0C40E~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ich finde das allmählich nur noch dumm. Wissen oder billigen ist nicht das Gleiche. Hätten die USA mal lieber gleich das UN-Gebäude gebombt, statt abzuwarten, bis Bewiese vorliegen, dann wäre die FAZ zufrieden gewesen.
Kommentiert von: Gabi | 04/02/2005 um 00:06
Erinnert irgendwie an den geistig behinderten Jungen, den die Palästinenser damals als lebende Bombe losgeschickt haben. Solch ein menschenverachtendes Vorgehen sagt einiges über den "Widerstand" aus. Und auch über jene, die ihn so nennen.
Kommentiert von: Paul13 | 04/02/2005 um 07:40
Ist zum Kotzen (sorry, ich kann es nicht anders beschreiben)!
Warum höre ich wieder nichts davon in den deutschen Medien???
Kommentiert von: Der Schakal | 04/02/2005 um 10:18
@what do I know
Wir können mehr tun als nur hoffen, wir müssen kämpfen. Ich verstehe nur zu gut den Frust über die allmächtig erscheinende Presse und den "Mindset" der Deutschen. Ich weiß nicht wie viele es gibt die wirklich die Wahrheit hören wollen, aber es müssen doch einige sein. Den Medien "Brainwash" von so vielen Jahren kriegt man nur langsam wieder raus. "Stetes Wasser höhlt den Stein", in diesem Sinne an alle hier: Weiter so!!
JR
Kommentiert von: JR | 04/02/2005 um 17:11