Der Tod der Saddam-Söhne: was haben die Amis da wieder falsch gemacht?
Fr Jul 25, 12:51:02 PM
Die vielleicht sympathischste Meldung zum Tod der Saddam-Söhne Uday und Qusay erschien in der Überschrift der englischen SUN: Brothers were killed in loo (Brüder im Kloo getötet). Man kann sich schwerlich eine gerechtere Strafe für die beiden Massenmörder vorstellen, als ein Ende "in a filthy loo".
Und natürlich beginnt in deutschen Medien schon wieder die Suche nach den schuldigen ... Amerikanern. Die "Tagesthemen" der ARD gruben Freimut Duve aus, einen notorisch erfolglosen ehemaligen SPD-MdB, der nun sein Gnadenbrot als "Medienbeauftragter" der OSZE verzehrt. Duve vermochte es, sich in die Gehirne der Iraker zu versetzen. Was fand er dort? Überraschung: Kritik AN DEN AMERIKANERN! Duve: "Vor Gericht stellen und ein Gerichtsverfahren machen, bedeutet viel mehr für die irakische Bevölkerung, die lange unter der Diktatur gelebt hat, als dieser Umgang mit Bildern". Man kann sich richtig vorstellen, wie die irakische Bevölkerung geduldig abwartet, bis Uday und Quesay sich über Jahre durch alle Instanzen einer noch überhaupt nicht existierenden demokratischen irakischen Justiz geklagt hätten. Dabei würde dies den Irakern so viel bedeuten... Übrigens regt sich Freimut Duve auch über andere Themen auf, z.B. über Berlusconi, über zu wenige "kritische Stimmen" gegen die US-Regierung nach dem 11.9.2001, über das schlechte Vorbild der USA, das den Russen die Misshandlung der Tschetschenen erlaubt, usw...usw...
AP findet nach einer Meldung der Financial Times Deutschland mit dem Landauer "Politologen und Medienwissenschaftler" Ulrich Sarcinelli einen geschichtlich dramatisch kenntnisreichen - ja, was wohl? - US-KRITIKER. Er erkennt "in dem demonstrativen Zurschaustellen der getöteten Feinde Merkmale eines primitives Rituals, das einem überholt geglaubtem Menschheitsstadium entspreche". Dahinter, so Sarchinelli, "steht offensichtlich eine dramatische innenpolitische Glaubwürdigkeitskrise der Kriegsparteien USA und Großbritannien". Aber hoppla, wer hätte das gedacht - die Tötung zweier Sadisten und Menschenschänder als Indikator innenpolitischer Krisenlagen bei den Angelsachsen!
Die Financial Times Deutschland veröffentlicht - for good measure - gleich eine ganze Seite mit kritischen Pressestimmen. Wem wohl gegenüber kritisch? DEN AMERIKANERN! Im Zitatendschungel der FTD ein Juwel des Welt-Blattes Neue Osnabrücker Zeitung: "Zu sehr riecht es nach Inszenierung. Die missratene Brut des Saddam Hussein wird genau in jenen Tagen zur Strecke gebracht, in denen Bush und sein britischer Waffenbruder Tony Blair wegen ihrer unseriösen Informationspolitik unter Druck stehen. Was für ein Zufall. Und dann all die Ungereimtheiten in dieser Geschichte: Wenn die Kommandos der Heeres-Spezialkräfte zugreifen, dann ist der Spuk normalerweise in Sekundenschnelle vorbei. Schwer vorstellbar, dass solche Profis mehrere Stunden gebraucht haben sollen, den fetten Kusai, den verkrüppelten Udai und zwei Begleiter niederzuringen." Tja, die Spezialkräfte der NOZ hatten sicher in "Sekundenschnelle" ihren tendenziösen, anti-amerikanischen Kommentar geschrieben. Die NOZ veröffentlicht dazu noch eine dpa-Meldung, die den Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg zu Wort kommen läßt. Weischenberg kritisiert...wen wohl? Richtig: DIE AMERIKANER! Weischenberg: "Auch Verbrecher haben eine Menschenwürde".
Es geht doch nichts über deutsche Gutmenschen und ihre anti-amerikanischen Reflexe - und über deutsche Medien, die ihnen ein Forum verschaffen. Wir aber wollen nun die Verbrecher mit Menschenwürde in unser Gebet einschließen (und Josef Stalin und Adolf Hitler und Idi Amin und Pol Pot und ...)







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