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Hessische Landtagswahl: Medien in "Kill Koch"-Rausch

Die Mehrzahl der deutschen Medien schreibt und berichtet sich in einen "Kill Koch"-Rausch. Die hessische Landtagswahl wird zur Volksabstimmung über die Strategie Kochs erklärt, Ausländergewalt zu thematisieren. Als selbsternanntes Vollzugsorgan der Volksseele - genauer: der Betroffenheitslage der Anständigen - erklären viele Medien Koch zum alleinigen Wahlverlierer und verurteilen ihn zum Ausstieg aus der hessischen Landespolitik - ohne Pardon und ohne Bewährung, selbstverständlich.

Dabei wäre es für gestandene politische Journalisten eigentlich eine Selbstverständlichkeit, darauf hinzuweisen, daß bereits deutlich vor dem Start der Anti-Ausländergewalt-Kampagne von Koch die

Umfragewerte eine Mehrheit von rot-grün-rot im jetzt eingetretenen Umfang vorhersagten. Zitat aus der WELT vom 7.12.2007:

Roland Koch droht Machtverlust in Hessen
Sieben Wochen vor der hessischen Landtagswahl muss die mit absoluter Mehrheit regierende CDU um ihre Macht fürchten: Einer aktuellen Umfrage zufolge liegen CDU und FDP hinter SPD, Grüne und Linkspartei.
Nach einer Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, Radio FFH und das ZDF kommen SPD, Grüne und Linkspartei derzeit zusammen auf 49 Prozent. CDU und FDP liegen dagegen gemeinsam nur bei 47 Prozent. Ministerpräsident Roland Koch kündigte einen harten Wahlkampf gegen Rot-Rot-Grün an.

Das tatsächliche Wahlergebnis am 27.1.2008: rot-grün-rot erhalten 49,3 % und schwarz-gelb 46,2 %. Glückwunsch an die Adresse der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen!

Kochs Kampagne mag die interne Verteilung zwischen CDU und FDP etwas zugunsten der FDP verändert haben, aber an den Gewichten der jeweiligen Lager rot-grün-rot und schwarz-gelb hat sich durch den Wahlkampf praktisch nichts geändert. Vielleicht hat Kochs Kampagne das Abschmelzen der CDU-Werte, das im Herbst 2007 als Trend überdeutlich zu erkennen war, sogar noch abgemildert.

Man wird allerdings in den Medien auf solche Erkenntnisse vergebens warten. Schließlich impliziert die Konstanz der Wählerneigungen zwischen Anfang Dezember 2007 und der Landtagswahl 2008 ja auch die Wirkungslosigkeit der Medienkampagnen des Zitierkartells von ardtagesschau-zdfheute-stern-spiegel-süddeutsche-zeit und ihrer konservativen Wasserträger.

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Ich nicht sprecken sie Deutsch.

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