(English translation at end of post)
Im Rückblick auf 2003 habe ich mir noch einmal die "State of the Union"-Rede von Präsident Bush vom 28. Januar 2003 angesehen.
Während immer wieder über die Behauptung in der Rede diskutiert wird, daß Saddam nukleares Material im Sudan zu kaufen suchte, ist die eigentlich wichtige Botschaft diese Passage:
Vor dem 11. September glaubten viele Menschen, daß Saddam Hussein unter Kontrolle gehalten werden könnte. Aber chemische Stoffe, tödliche Viren und geheime Terroristen-Netzwerke können nicht so einfach unter Kontrolle gehalten werden. Man stelle sich die 19 Terroristen (vom 11. September) mit anderen Waffen und anderen Plänen vor - dieses Mal durch Saddam Hussein ausgerüstet. Es würde nur eine kleine Menge Viren, nur einen Kannister benötigen, der in dieses Land hineingerät, um einen Tag des Horror zu bringen, wie wir ihn noch nie gekannt haben. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um sicherzustellen, daß dieser Tag niemals kommt. (Beifall.)Manche haben gesagt, wir dürften nicht handeln, bis die Gefahr unmittelbar droht. Seit wann hätten Terroristen und Tyrannen ihre Absichten angekündigt, hätten uns höflich darauf hingewisen, daß sie einen Anschlag vorhaben? Wenn wir es zulassen, daß eine solche Gefahr unmittelbar und plötzlich vor uns auftaucht, kämen alle Aktionen, alle Reden und alle Gegenmaßnahmen zu spät. Das Vertrauen in die Vernunft und Zurückhaltung von Saddam Hussein ist keine Strategie, und es ist keine Option. (Beifall.)
Nun: Saddam hat keine Optionen mehr. Was ist daran schlecht?
Das sieht offensichtlich auch die Mehrheit der Amerikaner so.
English translation
Going through material of 2003 I reread President Bush's "State of the Union" speech of January 28, 2003.
While much is - still - being made about the assertion in the speech that Saddam sought to acquire nuclear material in Sudan, the truely important message is this:
Before September the 11th, many in the world believed that Saddam Hussein could be contained. But chemical agents, lethal viruses and shadowy terrorist networks are not easily contained. Imagine those 19 hijackers with other weapons and other plans -- this time armed by Saddam Hussein. It would take one vial, one canister, one crate slipped into this country to bring a day of horror like none we have ever known. We will do everything in our power to make sure that that day never comes. (Applause.)Some have said we must not act until the threat is imminent. Since when have terrorists and tyrants announced their intentions, politely putting us on notice before they strike? If this threat is permitted to fully and suddenly emerge, all actions, all words, and all recriminations would come too late. Trusting in the sanity and restraint of Saddam Hussein is not a strategy, and it is not an option. (Applause.)
Well, Saddam has no more options left. What's wrong with that?
That's apparently how the majority of the American people feels.


Lustig auch die Wendung "die konservative Zeitung" in Bezug auf die Washington Post.
Da kommt wieder einmal Spiegels Detailkenntnis so richtig zum Glaenzen.
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Spiegel calls the "Washington Post" a "conservative paper".
Posted by: Lustig war auch | December 26, 2003 at 12:46 PM
Nur, dass Saddam nie seine Todfeinde von Al-Qaida hochgerüstet hätte. Und Massenvernichtungswaffen gibt es im Irak scheinbar auch nicht. Aber was soll's: Kein Grund die Demagogie von Bush jr. zu hinterfragen.
Posted by: | January 12, 2004 at 09:10 PM
Als gäbe es nur die Al-Kaida! Und was heißt schon Todfeinde? Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Und ein gemeinsamer Feind eint selbst Todfeinde. Was heißt unter Kriminellen schon Feindschaft. Diesen blöden Satz von der Todfeindschaft habe ich so oft gelesen. Als wäre das eine Garantie.
Posted by: | January 12, 2004 at 10:02 PM
"Was heißt unter Kriminellen schon Feindschaft."
Ich habe vorhin darauf erwidert, aber auf geheimnisvolle Weise ist mein Posting schon im Nirvana verschwunden. Ich sage es daher noch einmal: Für einen fanatischen Islamisten, wie es Osama bin Laden ist, und einen brutal-verrückten Diktator und Islamistenfresser, wie es Saddam Hussein war, bedeutet die Todfeindschaft sehr VIEL. Die Terroristen hätten die Waffen von Saddam 100%ig gegen Saddam selbst eingesetzt. Im Übrigen wäre Saddam mit der Unterstützung von oder der Beauftragung zu einem Terroranschlag ein unvorstellbar hohes Risiko eingegangen.
Posted by: | January 13, 2004 at 02:58 PM
I hate it when people post anonymously.
Posted by: kid charlemagne | January 13, 2004 at 05:16 PM