(English translation at end of post)
Wann immer irgendwo in der Welt, aber bevorzugt in den USA, ein dubioser "Experte" oder ein politisch einseitig links verankertes "Institut" haltlose Anschuldigungen gegen die Bush-Regierung absondert, gibt es einen garantierten Abnehmer: den SPIEGEL. Üblicherweise garniert der SPIEGEL dann die ohnehin schon abseitigen Anschuldigungen noch mit eigenen Verdächtigungen und Schmähungen.
Ein Beispiel aus dieser Schublade findet sich bei SPIEGEL ONLINE: "IRAK-GESCHÄFT - Wie sich Spenden an Bush für US-Firmen auszahlten". Präsentiert wird die Studie des Washingtoner "Zentrums für öffentliche Integrität" ("Center for Public Integrity"): "Windfalls of War - US Contractors in Iraq and Afghanistan".
Zentrale These der Studie: Aufträge für den Wiederaufbau im Irak und in Afghanistan erhielten vor allem Firmen, die mit der Bush-Regierung persönlich eng verbunden sind bzw. hohe Spenden an Bush gaben.
Liest man die in reißerischem Ton gehaltene Presseerklärung des "Center for Public Integrity" bzw. die Zusammenfassung der Studie selbst, fallen die Widersprüche sofort in's Auge. Econopundit hat sie in zwei Postings (1, 2) erläutert:
(English translation: Scroll down page)
"Von "nahezu" 49 Millionen $ Spenden sind nur die Hälfte einzelnen Unternehmen zugewiesen. Davon wurden für die Republikaner 12.7 Million $ und für die Demokraten 7.1 Millionen $ gespendet, also ein Verhältnis von 1 zu zwei Dritteln, was kaum als aufregend bezeichnet werden kann.Die Studie weist auch nach, daß viele Kontrakte an Firmen mit schlechten politischen Verbindungen gingen, die nur geringe Spenden machten, aber die Studie diskreditiert diese Kontrakte, weil sie an ungeeignete Firmen mit "dünner oder gar keiner Reputation" gingen.
Die Liste der politischen Spenden soll offensichtlich als skandalös gelten, aber sie weist keinerlei Informationen darüber auf, an wen die Spenden gingen. Vermutlich enthält sie die Gesamtspenden an alle Parteien und alle Kandidaten.
Ebenfalls als Skandalon soll vermutlich die Aussage der Studie dienen: "Nahezu 60 % der Firmen hatten Mitarbeiter oder Aufsichtsratsmitglieder, die in den exekutiven Bereichen von republikanischen oder demokratischen Regierungen, bei Kongressmitgliedern beider Parteien, oder hohen militärischen Ebenen, tätig waren oder enge Verbindungen dazu hatten." Econopundit: "NUR 60 %? DAS MUSS DOCH EIN FEHLER SEIN! DIE ZAHL MÜSSTE DOCH VIEL HÖHER SEIN!!!"
Diese Studie ist eine Zeitverschwendung, außer daß sie dokumentiert, daß viele Kontrakte an kleinere, politisch inaktive, nicht gut vernetzte Firmen gingen. Die Studie präsentiert - wohl unabsichtlich - beträchtliche Hinweise auf das Gegenteil der eigenen Behauptung."
Nach alledem müßte man sagen: eine seriöse Publikation würde von einer solchen Studie die Finger weg lassen. Die Unstimmigkeiten der Studie und die politische Manipulationsabsicht sind so offensichtlich, daß eine Verbreitung der Studie sich von selbst verbindet.
Das ist nicht die Position des SPIEGEL. Nicht nur, daß die Behauptungen der Studie ungeprüft und unkritisch übernommen werden - der SPIEGEL setzt noch eigene Schmähungen und Übertreibungen hinzu, natürlich auf Kosten von George Bush:
"Wie sich Spenden an Bush für US-Firmen auszahltenLukrative Aufträge im Irak und in Afghanistan hat die Bush-Regierung gezielt an Firmen vergeben, die zuvor den Wahlkampf des US-Präsidenten kräftig unterstützt haben, enthüllt eine neue Studie. Die zehn wichtigsten Auftragsnehmer in den beiden Ländern spendeten seit 1990 elf Millionen Dollar an politische Parteien, Ausschüsse und Kandidaten. Der überwiegende Teil des Geldes floss an eine einzige Partei: Bushs Republikaner.
Wenig erstaunlich, dass die Vorstandsmitglieder der Unternehmen, die die lukrativen Aufträge erhielten, enge Verbindungen zu Politik und Militär unterhielten. Zu Bushs Wahlkampf 2000 steuerten sie insgesamt mehr als 500.000 Dollar bei - mehr als sie jedem anderen Politiker in den vergangenen zwölf Jahren spendeten."
Weder das "Center for Public Integrity" noch der SPIEGEL beantworten die folgenden Fragen:
Welche Unterstützung erhielt Clinton von den genannten Spendern? Immerhin werden ja Spenden von 1990 an aufgeführt, ohne Differenzierung nach den Empfängern der Spenden.Welche Hinweise gibt es, daß die Spenden tatsächlich die Entscheidung für die Vergabe von Aufträgen beeinflußten? Es ist schließlich üblich, daß Großunternehmen in den USA Spenden an Parteien bzw. Kandidaten geben. Jeder staatliche Auftrag an ein Großunternehmen stünde nach der Logik des "Center for Public Integrity" bzw. des SPIEGEL unter dem Verdacht der Korruption.
Welche Hinweise gibt es, daß die beauftragten Unternehmen in Wirklichkeit unqualifiziert für die zugeteilten Kontrakte sind?
Schlußfolgerung: Die Studie des "Zentrums für öffentliche Integrität" gehört in den Abfalleimer, der Artikel des SPIEGEL ist selbst dafür noch zu schlecht.
English translation
Whereever in the world - but preferably in the US - a questionable "expert" or a left-wing "institute" produces false accusations at the expense of the Bush administration, there is one guaranteed customer: the (German left-wing weekly) SPIEGEL. Typically the SPIEGEL adds even more scorn and downgrading.
An example of this category can be found today at SPIEGEL ONLINE: "IRAK-BUSINESS - How Contributions to Bush Paid Off For US Companies". The SPIEGEL presents a study of the Washington "Center for Public Integrity": "Windfalls of War - US Contractors in Iraq and Afghanistan".
Main topic of the study: Contracts for the rebuilding of Iraq and Afghanistan were mainly awarded to companies with close personal contacts to the Bush administration or who contributed money to Bush.
Reading the press release and the summary of the study one easily finds its contradictions. Econopundit has summarized this in two postings (1, 2):
Out of "nearly" $49 million, less than half is actually accounted for. Out of this fraction, donations to Republicans "outpaced" donations to the other side by a frankly underwhelming margin of about two-thirds to one.The study also uncovers many contracts awarded to poorly-connected companies who made only modest political donations, but it actually dismisses these contracts as tainted owing to their having been awarded to unsuitable companies with "thin or no credentials!"
Presumably we're supposed to be scandalized by this listing of political contributions, but the table provides no links and no breakdowns. I suppose we're seeing total contributions to all parties and all candidates.
"Nearly 60 percent of the companies had employees or board members who either served in or had close ties to the executive branch for Republican and Democratic administrations, for members of Congress of both parties, or at the highest levels of the military." Econompundit: "ONLY 60%? THERE'S GOT TO BE A MISTAKE! THE NUMBER SHOULD BE MUCH HIGHER!!!
This isn't worth anyone's time, except it appears to document many contracts awarded to smaller, politically inactive, non-well-connected companies. It presents -- unintentionally, one might guess --considerable evidence contradicting its central contention.
One should have to say: a reputiated publication would not touch such a study. The contradictions and the intentions to manipulate are so apparent that a publication seems impossible.
That's not the SPIEGEL's position. They not only uncritically accept the assertions of the study - they add own insults at the expense of George Bush:
"How Donations to Bush Paid Off for US FirmsA new study has revealed lucrative contracts in Iraq and Afghanistan were awarded selectively to companies that strongly supported President Bush during the election. The ten most important recipients of contracts in both countries have donated $11 million since 1990 to political parties, committees and candidates. The majority of the money flowed to a single party: Bush's Republicans.
It is also not particularly surprising that the leading members of the companies that received the lucrative contracts have connections to politics and the military. They directed more than $500,000 to Bush's election campaign in 2000 - more than they donated to any other candidate in the past twelve years."
Neither the "Center for Public Integrity" nor the SPIEGEL answer the following questions:
How much support did Clinton receive from the named donators? In fact donations are listed from 1990 with no differentiation between donators and recipients.What evidence is there that the donations actually influenced the decisions to award contracts to certain companies? After all, it is absolutely normal for large US firms to donate money to political parties and candidates. Every contract awarded then would come under suspicion of corruption following the logic of the "Center for Public Integrity" and SPIEGEL.
What evidence is there that the firms awarded the contracts are really unqualified or underqualified for the work they have been assigned?
Conclusion: The study from the "Center for Public Integrity" belongs in the garbage can, SPIEGEL's article is not even worthy of the garbage can.
Translation by Ray D.


Es ist ja nicht nur so, wenn es gegen Bush geht. Beim Spiegel dreht man durch, wenn es nur im entferntesten um Amerika geht. Frueher hatten sie ja immer noch die Unterscheidung zwischen der (boesen) Bushregierung und den (guten) "einfachen Amerikanern." Damit ist es inzwischen aber auch vorbei. Siehe z.B. obige URL ueber die Schiesserei vor dem Gericht in LA. "Wie im Wilden Westen" titelt der Spiegel. Dazu die Fotostrecke, Bild 2: "Die Frau im Hintergrund telefoniert weiter."
Zufaellig wohne ich in Amerika und habe gesehen, wie die Frau interviewed wurde. Sie hat sofort 911 angerufen, wie das vermutlich die meisten gemacht haetten. Der Spiegelleser aber denkt, na ja, so 'ne Schiesserei was ist das schon, in Amerika hat man das alle Tage. Kein Wunder, dass die sich nicht schert.
Posted by: Spiegelleser | November 04, 2003 at 04:34 AM
Noch schlimmer, guck mal auf die Schagzeile:
"Vor Dutzenden Zeugen hat ein Mann etliche Schüsse auf einen unbewaffneten Menschen abgegeben. Dann steckte er die Pistole wieder ein und verließ - ohne dass er gehindert wurde - den Tatort."
Vollkommen erlogen. Dieser Idiot ist keine 20 Meter gelaufen, bis er gefangen und festgenommen wurde.
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Worse yet, take a look at the headline:
"In full view of dozens of witnesses, the man fired several shots at an unarmed person. Then he put his gun away and left the scene of the crime, without no resistance from anyone.
A total and complete lie. This idiot didn't even make it 50 feet from the scene before being tackled and arrested by an off-duty policeman.
Posted by: Xrlq | November 04, 2003 at 05:30 AM
Anyone who has ever worked in the construction industry in the U.S. knows one thing: The Top 100 firms are huge political donors, especially to the Democratic Party. Everyone knows it. You don't need a "non-partisan" group to "investigate" that further. Now, for a little perspective, construction is a $900 billion industry in the US. Post-war contracts in Iraq amount to $8 billion, with Halliburton getting $2.78 billion, according to the article. Is this really something to get so worked up about? Personally, if I were a Halliburton shareholder, I would be on Dick Cheney's butt to do more for my stock.
Posted by: Erik Eisel | November 04, 2003 at 06:25 AM
Another accusation that can be refuted, but will be believed and repeated anyway. Before the week is over, it will be in my local newspaper.
Instapundit points to this interesting article:
http://slate.msn.com/id/2090636/
Posted by: Werner | November 04, 2003 at 10:21 AM
Regarding the accusation that contracts were awarded without tender - I don´t know if that is true, but the counterargument that tenders would have taken too long is absolutely plausible.
The tender process for such complex and expensive projects takes months, if done properly, with haggling and second and third rounds etc. If they had gone that way, they would still be at it. This critizism comes from people who have complained from day one about the 'slow progress' of Iraqi reconstruction!
Besides, in some areas there probably aren´t many (or any) American or UK competitors. And if they didn´t want any German or French firms in Iraq right now, I can understand that.
Posted by: Werner | November 04, 2003 at 10:38 AM
Powerline (www.powerline.com) refers to this Daniel Drezner column for Slate.com: http://slate.msn.com/id/2090636/
It pretty much refutes any bias in favor of Halliburton. So, can we please stop hearing about Halliburton?! Oh wait, wouldn't that require Michael Moore to edit 1/3 of his new book, and 20 minutes from his upcoming "documentary"?
Posted by: Erik Eisel | November 05, 2003 at 02:11 AM
See also Steven Kelman in the Washington Post and David Brooks in the New York Times.
Quote: The most persuasive rebuttals have come from people who actually know something about the government procurement process.
Wonder if the Spiegel will cover this.
Posted by: Two more URLs | November 11, 2003 at 07:21 AM
Sehr geehrter Herr Kaspar
Ich habe lediglich drei Fragen.
1.)Wo sind die fehlenden 4 Milliarden US$ aus den Ölverkäufen, welche laut Präsident George W. Bush dem Irakischen Volk zugute kommen sollen?
2.)Wieso liegt der Restbetrag der Ölverkäufe in Höhe von 1 Milliarde US$ auf der Federal Reserve Bank und nicht auf einem neutralen Konto in der Schweiz unter UN-Kontrolle?
3.)Wie kann ein US-Präsident einen Freibrief für alle im Irak arbeitenden Ölfirmen unterzeichnen, mit der Begründung es handle sich um ein Thema der Nationalen Sicherheit (wonach Ölfirmen im Irak für ihr handeln nicht zur Rechenschaft gezogen werden können)???
Über Antwort würde ich mich freuen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Robert Lang
Notiz von David: Es wäre gut, wenn Sie seriöse Quellen für Ihre Thesen anfügen könnten. Ganz allgemein bevorzuge ich, wenn das Geld unter amerikanischer als unter UN-Verwahrung wäre. Im letzteren Fall wäre mir die Gefahr der Korruption zu groß.
Posted by: Robert Lang | May 11, 2004 at 03:38 AM
Herr Lang,
add 2: Wie konstruieren Sie die irakische Zustimmung zu einem Konto unter UN-Kontrolle? Haben Sie Anhaltspunkte dafür, daß die Iraker dies wünschen? Wenn ja, woher haben Sie diese Informationen? Und wie soll das rechtlich überhaupt umgesetzt werden? Haben Sie mal darüber nachgedacht? Man ruft immer gerne nach der UN, der neutralen und friedliebenden Organisation. Daß dies aber einen komplizierten Verfahrensablauf erfordert, wird gerne vergessen. Bush kann nicht einfach ein Konto für die UN einrichten.
Posted by: Gabi | May 11, 2004 at 06:38 AM
"neutral" und "friedliebend" meinte ich ironisch...
Posted by: Gabi | May 11, 2004 at 09:11 AM
glaubt ihr ernsthaft, dass bush nicht korrupt sei? arme träumer, ihr habt wohl keine ahnung, wie wirtschaftspolitik gemacht wird. ist doch logisch, dass er soviel wie möglich aufträge seinen gönnern zuschanzt, was denn sonst? dafür kann man ihm doch nicht mal ernsthaft böse sein. in der heutigen welt würde das wohl fast jeder tun, denn die zeiten von anstand und moral in der politik, sollte es sie wirklich jemals gegeben haben, die sind leider vorbei.
Posted by: thomas | November 03, 2004 at 07:47 PM