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Das Konzentrieren der Medien auf die USA-Politik läßt die tatsächlichen Probleme in unserer Nähe zu kurz kommen. Artikel aus der FR vom 23.06.2003, jetzt noch zu lesen auf der site bits.de (Otfried Nassauer):

"Die Mehrheit der Bevölkerung sieht die Internationale Gemeinschaft als hassenswerte Besatzer. Die mazedonische Regierung fordert das Ende des ersten EU-Truppeneinsatzes in einem Land. Der Nationalstolz wird sich wie in anderen Ländern durchsetzen, denen Fremdbestimmung aufgezwungen wurde. Diese Entwicklung wird endgültig die Krise herbeiführen, spätestens mit der Entscheidung über den Status Kosovos zum Konflikt führen.

Die EU hat erst nach dem Irak-Konflikt festgestellt, dass sie eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik entwickeln muss. Nicht der Balkan, sondern der Präventivkrieg der USA ließ die Erkenntnis reifen, dass beliebige Forderungen und Grundsätze allein nicht reichen. Wie sagte Erhard Busek, Sonderkoordinator des Stabilitätspakts für Südosteuropa, kürzlich: "Nur ist nicht die Region verantwortlich, sondern es trifft die Internationale Gemeinschaft. Wenn man sich auf keine Standpunkte einigen kann... ist es nicht einfach, Stabilität zu ermöglichen."

Hoffnung bleibt, doch die Zeit zu verantwortlichem Handeln der Staatengemeinschaft ist für Mazedonien fast abgelaufen. Lehren hätten seit Bosnien gezogen werden können, doch es fehlt bis heute am politischen Willen. Die Europäische Union versucht, durch Implementierung westlicher Standards in der Innen- und Sicherheitspolitik Frieden herzustellen, lässt aber die zentrale Frage nach dem künftigen Status der Staaten der Region und Kosovos offen. Die Politik hat für den Balkan keine Zielvorstellung und keine Strategie, wie in und nach Krisen zu handeln ist. Dieses betrifft besonders Mazedonien, dass ab Herbst auf sich allein gestellt sein wird."

Peter H. Matthiesen war bis Ende 2002 deutscher Militärattaché in Mazedonien und hat uns diesen Artikel freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.


Matthiesen fordert verantwortliches Handeln der Staatengemeinschaft ein. Ich fordere verantwortliches Handeln der Medien, fair über ALLE Probleme der Welt zu berichten, damit wir ausgewogen informiert sind.

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